Dankrede
ſo den 16ten Nov. 1806 von der Judenſchaft zu Gieſen, bey Feyerung eines ſolennen Dankfeſtes, und bey Ableſung folgender Capitel aus dem Pſalm 3. 18.27. 35. 111. 117. 118, 133. 137. 144— gehalten worden iſt.
Ueberſezt aus dem Hebraͤiſchen.
(Danee dem Herrn denn er iſt freundlich. Ein neues Lied wollen wir waͤhlen Seine Guͤte wollen wir gedenken ſeine Gnade erzaͤhlen.
Ewiger! taͤglich wird Gluͤck und Seegen fuͤr uns gebohren Da du die Zierde der Regenten uͤber uns haſt erkohren.
Dieſer iſt unſer Grosherzog Ludewig.
Wer unter den Helden verdient mehr Lob als Er
Wer unter den Gerechten haͤlt die Wageſchale der Gerechtigkeit beſſer als Er. Wem unter den Weiſen iſt das Lob angemeſſener als Ihm.
Seit vielen Jahren umhuͤllte Finſterniß den Erdekreis
Unheil hatte einen jeden getroffen, Gluͤckſeligkeit und Ruhe flohen dahin— nie waren ſie zu hoffen.
Ludewig unſer Grosherzog und der glorreiche Bund zogen die Schwerdter, gaben uns Wuͤrdigkeit wieder.
Unverhoft ſtrahlte wie Sonnenlicht Ruhe und Gluͤckſeligkeit in alle Gemuͤther,
Darum laßt uns danken laßt uns freuen— ſehet
Wie die Weisheit unſers Grosherzogs wie eine Blume bluͤhet.
Denn dieſes iſt das wahre Zeichen daß Guͤte, Wuͤrdigkeit ſein Herz beleben
Nur ſein ganzes Dichten und Trachten iſt— uns Ruhe zu geben.
Chor. Loben wollen wir des Ewigen Nahmen Beym Saitenſpiel laut frohlocken Ewiger du biſt gros, dir iſt keiner gleich. Du haſt unſer Koͤnigliches Haus fuͤr Unheil geſchuͤtzt Er hat geſiegt in ſeinem Kriege du haſt ihn unterſtuͤtzt.
Um den erhabenen Protector des glorreichen Bundes ergehet unſer Flehen in das Himmelreich.
O, Ewiger! beglüͤcke ſeine Wege beleuchte ſie der Sonne am Mittag gleich.
Napoleon der groſe Held der immer wacht
Wo er iſſt herrſcht keine finſtre Nacht.
Der Kluge unter den Weiſen
Der Held unter den Helden
Der Tapfere unter den Tapfern.


