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Einziges offizielles Fastnacht- und Zugprogramm : nebst Proklamation Sr. Tollität des Prinzen Josephus I. für die allgemeine Fastnachts-Feier Gießen's 1912 / herausgegeben von dem närrischen Stadtkommandeur
Entstehung
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Ernennungen, Ordensauszeich⸗ nungen, Verſetzungen

ganz fort in den Grafen⸗ bezw. Ruhe⸗ oder in anderen Stand.

Wir prinz Joſephus I. ernennen hiermit den, der ſich in ſelbſtloſeſter Weiſe Tag und Nacht hingegeben, dem Karneval einen bleibenden Boden zu verſchaffen und ungehindert allen Anfein⸗ dungen gegenüber ſeine Richtſchnur gezogen hat unter dem Motto:Vorwärts zum Stadtkommandanten, er⸗ heben ihn gleichzeitig in den vererblichen Adelsſtand als

Franz von der Heideck

und verleihen ihm den Strahlenorden(am Band zu tragen), denn er hat in Unſrer heurigen Reſidenz tatſächlich den allgemeinen Karneval aus der Luft her⸗ unter gezaubert, nachdem hier lange alles öde und leer ausſah.

Papa von und zu Hombergerius, Prä⸗ ſident Unſres neueſten und jüngſten Karnevalvereins im Bunde der Karnevalvereine Deutſchlands, erheben Wir in den außeretatsmäßigen Grafenſtand mit der Berech⸗ tigung, eine 11zackige Krone in ſeinem hölzernen Wap⸗ pen zu führen.

Den mediziniſchen und chirurgiſchen Kleinen Karl Doktor ernennen Wir hiermit zum Ehrendok⸗ tor honoris cauſa mit der Verordnung, künftighin in ſeinen Familienwappen einen Prinzenwagen einzuver⸗ leiben.. Alle anderen, die ſich in den Dienſt der guten Sache des Humors geſtellt, zeichnen wir durch

Verleihung Unſrer Medaille mit Bild gebührend aus, die Brillanten zu dem Orden kann ſich Jeder ſelbſt dazu kaufen.

Verſetzt ſollen durch uns werden alle diejenigen beſſeren Bürger, die glauben, es mit ihrem Namen und Anſehen vereinbaren zu können, daß ſie nur Pfennige zum Zug beiſteuerten, dann aber Onkel, Vettern und Baſen einladen, nach Unſrer neuen Reſidenz zu kom⸗ men, ſich den Zug anzuſehen. Wir bekennen offen, daß es Unſrem erhabenen Herzen wohltut, wenn Wir er⸗ fahren, daß die kleinen Untertanen nach Kräften beigeſteuert haben; verordnen und beſtimmen daher, in Unſerem Hoforgan alle diejenigen mit ihren Namen und Titulaturen zu veröffentlichen, die nur ſehen wollten, aber kein Geld dafür hergaben; in Acht und Bann erklären Wir dieſelben, denn ſie haben es nicht beſſer verdient. Unſre Leibwache beordern Wir, allen den Nörglern und unnützigen Kritikern den Mund zu ſtopfen, indem ſie ihnen ſagen:Hät' ihr mehr Geld gewe, hätt' was Beſſeres geleiſt werde könne, nu awer halt euer M... d, denn vor eich is en leere Wage noch zu viel.

Dank allen, allen Unſern lieben Untertanen, heißen Dank für das, was ſie getan, um Uns eine neue Reſi⸗ denz zu ſchaffen und Leben in die ſonſt traurigen Tage zu bringen.

J. A. Das hofmarſchallamt.