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Aufruf zur Sammlung für den Volksspielrasen / die Commission des Vereins zur Förderung der Jugend- und Volksspiel, I. A.: Dr. Fuhr
Entstehung
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Aus den Tagesblättern haben Sie bereits entnommen, daß man beabſichtigt, in unſerer Stadt einen Volksſpielraſen zu ſchaffen. Der unterzeichneten Commiſſion iſt die Aufgabe zugewieſen worden, dieſes gemeinnützige Project der Verwirklichung entgegenzuführen und ſie muß zu dieſen Zwecken an die Einwohner Gießens mit der Bitte heran⸗ treten, das Unternehmen mit Rath und That zu unterſtützen. Unſere Bevölkerung iſt gewohnt, alle öffentlichen Wohlfahrtseinrichtungen durch gemeinſames Zuſammenwirken Aller ins Leben zu ſetzen. Es hat eben nicht jede Stadt das Glück, durch große Stiftungen einzelner wohl⸗ habender Bürger in den Beſitz ſolcher Einrichtung zu gelangen, und es will uns fraglich erſcheinen, ob dies gerade ſehr zu bedauern iſt. Gemeinſame Opfer ſtärken den Gemeinſinn; es erhöht die Freudigkeit des Genuſſes, ſich denſelben durch eigenes Opfer bereitet zu haben. Laſſen Sie unſere Kinder ſich einmal auf dem Spielraſen in fröhlichen, ſtärkenden Spielen tummeln, die Erwachſenen ſich dort von der Tages⸗ arbeit erholen und für die kommende Arbeit erfriſchen mit Freude

wird Ihr Auge an dem fröhlichen Treiben verweilen und mit Genug⸗ 8 thuung wird es Sie erfüllen, zum Zuſtandekommen dieſes Spielplatzes

nach Ihren Kräften beigeſteuert zu haben.

Vor Allem ſoll unſeren Schulen, Knaben⸗ wie Miädchenſchulen,

endlich ein Platz geſchaffen werden, der ein wirkliches Spielen er⸗ möglicht. Die vorhandenen Schulhöfe ſind zum Spiel nicht im Miindeſten geeignet; harter, kieſiger Boden macht einen Fall gefährlich, . jede Aewegung wirbelt eine Staubwolke in die Luft und die durch das mit Staub gefüllt. doe die Bergroerung der Stadt ſind die natür⸗

lichen Spielplätze für die Kinder in der ſchulfreien Zeit allzuweit

hiinausgerückt, auch nicht mehr in dem Maße vorhanden, wie im alten

Gießen; die Kinder ſind auf die Straße, enge Höfe, Privatgärten beſchränkt, oder müſſen ſich ſoweit dem elterlichen Hauſe entfernen, daß eine Ueberwachung nicht möglich, dem Unfug Thüre und Thor geöffnet iſt.

Allen Eltern muß daher die in höchſtem Grade willkommen ſein und auf die Unterſtützung der Eltern unſerer Schuljugend rechnen wir in erſter Linie. Die Schulen werden Spielſtunden für alle Klaſſen einrichten und an den rothen Wangen ſpielfreudiger Kinder werden die Eltern den ſchönſten Lohn für das kleine Geldopfer haben.

In zweiter Linie ſteht das Intereſſe unſerer Turnvereine und aller derjenigen, die ſelbſt das Turnſpiel und freie Spiel pflegen und treiben wollen. Die deutſche Turnerſchaft hat längſt den hohen Werth des Turn⸗ und Volksſpiels erkannt und deſſen Pflege laut

Die Gommiſſion des Vertins zur Fürderung der Zugend

. Brühl'ſche Druckerei(Fr. Chr. Pietſch), Gießen.

Kommen wir demſelben entgegen, fördern wir es und ſchaffen Spiel⸗ lichkeit ſteht und deshalb weder der Mediſance, noch der Beläſtigung

t durch das Publikum ausgeſett iſt, wie das kleinerer Spielgerelk ſchaften auf privaten Spielplätzen.

Schaffung eines Raſenſpielplatzes

BIBIIGTHEK. Beſchluß des Ausſchuſſes der deutſchen Turnerſchaft den Turnvereinen zur Aufgabe gemacht. Beide hieſigen Turnvereine werden zu geeigneten Tageszeiten Spiel⸗ und Turnplätze für ſich belegen, durch Anſchaffung von Turngeräthen wird den Turnern auch ein Turnplatz im Freien geſchaffen werden.

Wir geben uns auch der Hoffnung hin, daß alle anderen Vereine, ſtudentiſche Corporationen, Militär⸗ und Kriegervereine ꝛc., denen die Erhaltung der Geſundheit und Friſche ihrer Mitglieder ſowohl im Intereſſe der Wehrhaftigkeit, wie der beruflichen Arbeits⸗ tüchtigkeit am Herzen liegt und liegen muß, für die Veranſtaltung gemeinſamer Leibesübungen, Spiele, zu gewinnen ſeien und den Raſen benutzen werden.

Anlage und Einrichtung des Spielraſens wird endlich auch ſo getroffen werden, daß jeder Zeit für Damen und Herren in kleinerer Zahl, für Familien Spielplätze zur ungeſtörten Benutzung vor⸗ hanben ſind: Lawn-Tennis, Croguet ꝛc. und wir zweifeln nicht, da

In weiten Geſelſchaftskreiſen unſerer Sta bedürfniß bereits geweckt, die Anlage privater Spielplätze beweiſt es.

plätze, wo das Spiel unter dem Schutze und der Aufſicht der Oeffent⸗

Möge darum der wohlhabendere Theil unſerer Mitbürger ſich von der Ueberzeugung erfüllen und tragen laſſen, daß er das Wohl der Ge⸗ ſammtheit fördert, wenn er unſer Vorhaben unterſtützt und je nach ſeinem Können und Vermögen ſein Scherflein zum Gelingen deſſelben beiträgt.

In den nächſten Tagen werden wir 2 Liſten cireuliren laſſen, die eine zur Sammlung einmaliger Beiträge für die erſte Anlage des Spielplatzes, die andere zur Zeichnung von Jahresbeiträgen für die nächſten 3 Jahre. Nur durch die Verpflichtung zu ſolchen Jahresbeiträgen wird die Mitgliedſchaft an dem Verein begründet, wenn dieſelben eine demnächſt noch zu be⸗ ſtimmende Höhe erreichen.

Es iſt nicht möglich, die Liſte allen Intereſſenten vorlegen zu laſſen, weil dieſelben der unterzeichneten Commiſſion nicht bekannt ſind, man hat deshalb bei Herrn E. Balſer(Mäusburg) und F. Kühn (Seltersweg) Zeichenbogen offen gelegt und bittet ſich derſelben be⸗ dienen zu wollen.

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und Volksſpiele.

F. A.:

Dr. Fuhr.