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Der Stein der Weisen und die "hermetische Gesellschaft" / von Hofrat Professor Dr. Richard Pribam †
Entstehung
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zurückgeſtellt hatte, wieder in den Vordergrund des Intereſſes zu ziehen, und damit geſtaltet ſich die Frage der Umwandlung der Elemente zu einem ernſtzunehmenden Problem. Befreit von dem Wuß abſichtlich unklar gehaltenen irreführenden Aufputzes der Petmetcere ſchreitet die Wiſſenſchaft vorwärts; ſe t genug feſten Boden gewonnen, um ſich an die Er⸗ orſchung der ſchwierigſten Probleme heranzuwagen, und gerade die letzten Jahre haben uns in der Erkenntnis des Weſens der Materie ein gutes Stüch weitergebracht.

Es iſt ein ſeltſamer Zufall, daß die vom Radium ausgehenden Strahlen, welche zufolge der ihnen innewohnenden Energie ſo gewaltige Vorgänge auslöſen, wie ſie in der Spaltung der Atome, alſo einer Stoffumwandlung, utage treten, zugleich Heilwirkungen ausüben und zu ſelchen nlag gezogen werden. Da hätte man ja die Noneet der Metall⸗ verwandlung und die krſehnte Univerſalmedizin, alſo das, was die Alchimiſten unter dem Stein der Weiſen verſtanden, ſchön beiſammen. Allein die exakte Wiſſenſchaft muß ſolche unklare Vorſtellungen hurüchupeſſen, Das bis jetzt bekannte Verfahren der Atomſpaltung iſt gewiß von hoher wiſſenſchaft⸗ licher Bedeutung, aber es wäre töricht, dabei vorläufig an eine Verwendbarkeit zu techniſchen Zwecken zu denken. Es müßten andere Methoden Ffunden werden, ehe man mit Erfolg an die Löſung dieſer Aufgaben herantreten kann.

Seien wir froh, daß wir nicht mehr unter dem Banne unklarer Köpfe oder gar gewiſſenloſer Abenteurer ſtehen, freuen wir uns deſſen, was die Chemie bisher in mühſamer, zielbewußter Arbeit an wertvollen Tatſachen zutage gefördert hat. Was da in verhältnismäßig raſcher Folge erreicht wurde, rechtfertigt die Erwartung, daß es dem harmoniſchen Zu⸗ ſammenwirken von Phyſik und Chemie gelingen wird, auch die noch ſchwebenden Fragen über Bildung und Umwandlung deſſen, was man bisher als Grundſtoffe bezeichnete, eines weiteren Klärung zuzuführen.