Studentenſchaft in der Frühzeit der Univerſität Gießen. 71
ſich auch die ſtarke Frequenz durch Adlige. Achten wir nämlich auf das Studium der Studenten adſigen Standes, Io
finden wir theol. jur. med. phil. Ohne Ang. Zim. 1608 Nobiles— 12—— 28 40 1610 Nobiles— 21— 15 6 42 alſo Adlige nur in der juriſtiſchen und der dazu vorbereitenden philolophiſchen Fakultät. Der adlige Student jener Zeit trieb alfo in noch ausſchließlicherem Maß als heute Jural. Und in Gießen wußte man die Menge adliger juriſten wohl zu nehmen: 1617/18 lalen die luriſtilchen SProfelloren Reinkingk und Hunnius Kollegien nur für Adlige?; die„Herren- fakultät“s paßte ſich den Bedürfnilſen des Herrenſtandes an.
Dieſer ſtatiſtiſche Verſuch ermõöglicht es zwar, über die Studentenſchaft in der Frühzeit der Untverſität Gießen zu klaren Vorſtellungen zu gelangen; für die Geſchichte der gelehrten Studien in Deutl ſchland aber werden lolche Einzel- unterfuchungen erſt nutzbringend, wenn ſie für möglichſt viele Hochſchulen und größere Zeiträume angeltellt werden. Daß dies gelchähe, wäre hnöchſt wünſchenswert; die Sozial- geſchichte wie die Bildungsgeſchichte würden aus einer zufammenfallenden Vet darbeitung der Einzelergebhnille wert- volle Früchte ernten.
V Anhang.
- 1. Catalogus paedagogicorum inſcriptorum anno 1610.
Aprilis. d. 12. Georgius Pfankuch Hatneggenlſis Weſtphalus. Georgius Cocus Hatneggenſis. 19. Johannes Georgius Nigrinus Echzellanus. Johannes Bechtoldus Alsfeldianus. Sylvelter David Thomas Offleidenſis. 20. Antonius Dickhaudt Darmſtatinus.
1 Ausnahmen kommen natürlich vor; z. B. der bekannte Theologe Hoe v. Hoenegg.
2
2 Viſitationsprotokoll 1618 im Staatsarchiv Darmſtadt, Landes- univerſität C. 6.
3 Ausdruck von Paulſen(a. a. O. S. 254).


