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Fünfzigstes Stiftungsfest der Gießener Burschenschaft Alemannia : 26. Juli 1912 : Lieder
Entstehung
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5.:.: Fahr hin, fahr hin, mein Kränzelein, ich will es

gerne ſpenden,:,: dem Junker Durſt, dem Liebſten mein, zu

eigen gern und Willen ſein:,: den Schülern und Studenten.:,: 6.:,: So grüß dich Gott, du wonnig Weib, und laß dein

Röcklein fliegen!:,: Wir aber laben uns den Leib und küſſen

dich, du wonnig Weib,:,: in durſtig vollen Zügen.:,:

Herm. Freiſe.

8.

1. Mit meiner Mappe unterm Arm wollt ins Kolleg ich ziehn, doch ach, die Frühlingsſonne hell ſo gar verlockend ſchien, es ſprach der Wald, ein jeder Zweig: Hinauf auf unſre Berge ſteig!:,: da war's um mich geſchehn.:,:

2. Und wieder lenkt ich meinen Schritt zur Univerſität, da auf der Straße grad mein Aug ein Mägdelein erſpät; das ſchaute mich hold lächelnd an, nur kurze Zeit ich mich beſann,:,: da war's um mich geſchehn.:,:

3. Und wieder ſpürt ich Studienluſt trotz heißem Sonnen⸗ brand, die Kehle davon trocken ward, am Weg ein Wirtshaus ſtand, drin hört ich luſtgen Burſchenſang, drin tönte lauter Gläſerklang,:,: da war's um mich geſchehn.:,:

4. O Rhein mit deiner Frühlingsſonn, mit deinen Mägde⸗ lein, o Rhein mit deinen Kneipen all, mit deinem goldnen Wein, du Rhein läßt keinen Burſchen frei, zwingſt ſie wie deine Lorelei,:,: um alle iſt's geſchehn.

..

L. Behr.

9.

1. Bin durch die Alpen gezogen, wo die Lawine rollt, ſah, wie in Meereswogen tauchte der Sonne Gold. Aber freudig ich tauſchte Alpen und Meeresſtrand:,: für das tannendurch⸗ rauſchte nordiſche Heimatland.

2. Schlöſſer ſah ich und Türme ſchimmern und marmor⸗ weiß; dunkeler Pinien Schirme wiegten im Wind ſich leis, aber ſchöner und beſſer lacht mich immerhin aus:,; als die Marmorſchlöſſer dünkt mich mein Vaterhaus.::

3. Mägdlein durfte ich koſen, ſchlank und liliengleich, Frauen wie volle Roſen, üppig und anmutreich; Lilien aber und Roſen werden von der beſiegt, die mich als Knaben mit Koſen in den Schlaf gewiegt.

Rud. Baumbach.