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5.
1. Ihr Burſchen, ſchenkt die Becher voll, es gilt der Man⸗ nesehre! Wir wahren ſie und ſchirmen ſie mit Kraft und blutger Wehre. Du Ehrengut, ſo hoch und rein wie edler heller Demantſchein, wir ſetzen unſer Blut daran, der Feige mag erbeben. Erhebt die Becher, ſtoßet an: die Ehre, ſie ſoll leben!
2. Ihr Burſchen, ſetzt die Becher an zu einem friſchen Trunke: Es ſoll erlöſchen nimmermehr der Freiheit edler Funke! O Blümlein hold, wie Röslein blüht, dafür das Herz ſo heiß erglüht in holder Luſt dem edlen Mann, Gott ſelbſt hat's uns gegeben! Erhebt die Becher, ſtoßet an: die Freiheit, ſie ſoll leben!
3. Ihr Burſchen, füllt die Becher neu dem Vaterland zum Preiſe! Wir weihen unſre Liebe ihm in treuer ſchlichter Weiſe: O Vaterland, du höchſtes Gut, wir ſchirmen dich mit unſrem Blut, wir kämpfen für dich Mann für Mann, hoch ſoll das Banner ſchweben! Erhebt die Becher, ſtoßet an: das Vater⸗
land ſoll leben! Preisgedicht von Schacko. 1885.
Anſprache.
6.
1. Schwört bei dieſer blanken Wehre, ſchwört ihr Brüder, allzumal: Fleckenrein ſei unſre Ehre, wie ein Schild von lichtem Stahl. Was wir ſchwuren, ſei gehalten treulich bis zur letzten Ruh. Hört's, ihr Jungen, hört's, ihr Alten, Gott im Himmel, hör's auch du!
2. Freiheit, duftge Himmelsblume, Morgenſtern nach ban⸗
ger Nacht! Treu vor deinem Heiligtume ſtehn wir alle auf der Wacht. Was erſtritten unſre Ahnen, halten wir in ſtarker Hut; Freiheit ſchreibt auf eure Fahnen, für die Freiheit unſer Blut!
3. Vaterland, du Land der Ehre, ſtolze Braut mit freier Stirn! deinen Fuß benetzen Meere, deinen Scheitel krönt der Firn, laß um deine Huld uns werben, ſchirmen dich von unſrer Hand; dein im Leben, dein im Sterben, ruhmbekränztes Vater⸗
land!
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