3. An den Rhein.
1. Mit meiner Mappe unterm Arm wollt ins Kolleg ich ziehn, doch ach, die Frühlingsſonne hell ſo gar verlockend ſchien, es ſprach der Wald, ein jeder Zweig:„Hinauf auf unſre Berge ſteig!“ Da war's um mich geſchehn.:;:
2. Und wieder lenkt ich meinen Schritt zur Univerſität, da auf der Straße grad mein Aug ein Mägdelein erſpäht, das ſchaute mich hold lächelnd an, nur kurze Zeit ich mich beſann,:,: da war's um mich geſchehn.,
3. Und wieder ſpürt ich Studienluſt trotz heißem Sonnenbrand, die Kehle davon trocken ward, am Weg ein Wirtshaus ſtand, drin hört ich luſtgen Burſchenſang, drin tönte lauter Gläſerklang,,: da war's um mich geſchehn. ,:
4. O Rhein mit deiner Frühlingsſonn, mit deinen Mägdelein, o Rhein mit deinen Kneipen all, mit deinem goldnen Wein, du Rhein läßt keinen Burſchen frei, zwingſt ſie, wie deine Lorelei,:,: um alle iſt's geſchehn.:;:
4 L. Behr.
Gießener Lied. Singweiſe: Ich ſchieß den Hirſch
1. Ein altes Städtchen lieget traut im grünen Heſſen⸗ land, auf Roſt und Pfählen aufgebaut an Lahn- und Wieſeckſtrand, dort ſchänkt des Wiſſens köſtlich Naß Profeſſor und Dekan,,: und mancher Spunden ſpringt vom Faß zu Gießen an der Lahn!:“
2. Wer nie von Gleibergs Mauernkranz geſchaut das weite Land, von Staufenberg im Sonnenglanz des Fluſſes Silberband, wem holder Maitrank nie gelacht von Schiffen⸗ bergs Altan,:,: der kennt nicht deiner Gegend Pracht, mein Gießen an der Lahn!:;
3. Und abends an der Pulvermühl ſtill fließt die Lahn einher, da rudre ich auf leichtem Kiel flußauf mein Lieb zum Wehr. Die letzte Sonne färbt die Glut, im Schilfe ruht der Kahn,, wie ſchmeckt ein heimlich Küßchen gut zu Gießen an der Lahn!:;
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