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Über den Werdegang der Physiologie und das neue Physiologische Institut an der Landesuniversität Gießen / von Karl Bürker, Gießen
Entstehung
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vorher ſchon anderen Zwecken gedient hatte. Den anatomiſchen Lehr⸗ ſtuhl übernahm R. K. E. Bonnet aus Augsburg, zuletzt in Bonn a. Rh.

Von weiteren Lebensdaten Eckhards ſei noch ſein Rektorat im Jahr 1873 erwähnt. An ſeinem 70. Geburtstag im Jahr 1892 wurde ihm von ſeiner Mediziniſchen Fakultät eine lateiniſch verfaßte Gratu⸗ lationsurkunde überreicht, von ſeinen Schülern wurde eine Eckhard⸗ Stiftung für Witwen und Waiſen heſſiſcher Ärzte errichtet, die von der Mediziniſchen Fakultät auf Anregung eines ſeiner Nachfolger, H. Strahl, an ſeinem 80. Geburtstag im Jahr 1902 um mehr als 1000 Mk. vergrößert wurde,um dem verdienten Senior Freude zu machen. Zu ſeinem 50 jährigen Jubiläum als Dr. med. erſchien im Jahr 1899 eine Feſtſchrift, die Strahl zum Verfaſſer hatte.

Bis zu ſeinem 84. Lebensjahr harrte Eckhard in ſeinem Amt aus; am 28. April 1905 ſtarb er an einem akuten Lungenaffekt nach kaum überſtandener ſchwerer Influenza und wurde am 1. Mai mit akademi⸗ ſchen Ehren auf dem neuen Friedhof beerdigt.

Eckhard¹²) war ein kleiner, magerer Mann von etwas gebückter Haltung, den Kopf von wirren Haaren umrahmt, mit hoher gewölbter Stirn und ausgeprägten Zügen mit bräunlicher Geſichtsfarbe. Er lebte ſehr einfach und zurückgezogen, war wahrheitsliebend, von einer peinlichen Gewiſſenhaftigkeit in wiſſenſchaftlichen Dingen, ſtreng gegen ſich und andere, meiſt ruhig, gelegentlich aufwallend. Seine Erholung fand er auf der Jagd, die ihm auch zur Naturbeobachtung Gelegenheit bot. Dem Vereinsleben und Kongreſſen blieb er fern. Eckhard war zweimal verheiratet, aus erſter Ehe ſtammte ein Sohn Fritz, der Arzt, ſpäter auch Proſektor und Privatdozent in Gießen wurde; aus zweiter ein Sohn Ernſt, der Forſtmann wurde.

Mit ſeiner Lehrtätigkeit nahm es Eckhard ſehr ernſt, er las im Winter Anatomie, im Sommer Phyſiologie, und zwar dieſe ſchon von 6 Ahr morgens an. Dazu kamen Vorleſungen über Mitkroſkopie, Entwick⸗ lungsgeſchichte und phyſiologiſch wichtige Gifte, und Konverſatorien über Phyſiologie. Beſonderer Wert wurde auf die Äbungen in der Phyſiologie gelegt. Eckhard hat auch ein Lehrbuch der Anatomie des Menſchen und eines über Experimentalphyſiologie des Nerven⸗ ſyſtems geſchrieben, die 1862 und 1867 in Gießen im Verlag der Ferberſchen Aniverſitäts⸗Buchhandlung(Emil Noth) erſchienen ſind. Sein Vortrag war eintönig, aber eindrucksvoll, im Präparierſaal und Praktikum verlangte er ſaubere Arbeit und peinliche Ordnung.

Viele Jahre hindurch verſammelte er an einem Wochentag abends

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