nicht in Liebigs Laboratorium gearbeitet. Ärzte und Phyſiologen ſeien eben noch nicht von der Notwendigkeit der Chemie überzeugt geweſen, wohl aber Fabrikanten, Induſtrielle und Landwirte, die ſich zu Liebigs Laboratorium drängten. Alle Phyſiologen hätten ſich der Phyſik oder dem neu aufgezogenen Geſtirn, der Mikroſkopie, zuge⸗ wandt. And nun ſchildert er die ungeheure Wirkung, die Liebigs Ar⸗ beiten, Schriften und Lehren für die organiſche Naturwiſſenſchaft überhaupt und für die Phyſiologie und Medizin im beſonderen gehabt haben und noch haben können und geht auch auf Liebigs Einſtellung zu den Problemen von Kraft und Materie, von Geiſt und Körper, von Gott und Anſterblichkeit ein. Liebig habe an die Allmacht, Voll⸗ kommenheit und unergründliche Weisheit eines höheren Weſens und an die unſterbliche Seele des Menſchen geglaubt. Biſchoff ſchließt die Schrift mit den Worten:„Die Menſchheit und die Wiſſenſchaft werden nie dankbar genug für das Geſchenk eines ſolchen Geiſtes ſein können“.
Nachfolger Biſchoffs auf dem Lehrſtuhl der Anatomie und Phyſio⸗ logie wurde K. W. L. Bruch aus Mainz, der aus Baſel hierher berufen, aber geiſteskrank wurde. Auf ihn folgte Biſchoffs Proſektor Eckhard.
Conrad Eckhard wurde am 1. März 1822 als Sohn eines Webers in Homberg a. d. Efze, im ehemaligen Kurfürſtentum Heſſen, jetzt Negierungsbezirk Kaſſel, geboren. Er war evangeliſcher Konfeſſion, beſuchte ſpäter das Lehrerſeminar in Homberg und betrieb Gymnaſial⸗ ſtudien in Marburg, wo er ſich durch Privatunterricht die nötigen Mittel zu ſeinem Lebensunterhalt erwarb. Im Jahr 1847 beſtand er in Kaſſel die Prüfung für Neallehrer. Von 1845 bis 1849 ſtudierte er an den Aniverſitäten Marburg und Berlin, anfangs Naturwiſſenſchaften, ſpäter Medizin, doch vorzugsweiſe Anatomie und Phyſiologie. Militärdienſt hat er nicht geleiſtet. In Berlin bearbeitete er ein von Johannes Müller überwieſenes Thema„Aber das Zungenbein der Säugetiere“. Nach Marburg zurückgekehrt, beendigte er ſein Medizin⸗ ſtudium und wurde im Herbſt 1848 proviſoriſcher Proſektor am Anatomiſchen Inſtitut bei Fick und Aſſiſtent bei Ludwig. Nachdem er im Jahr 1849 den Dr. phil. in Marburg mit der Arbeit„Dar⸗ ſtellung der Lehre von der Tierzelle“ erworben hatte, ſiedelte er im gleichen Jahr an das Anatomiſche Theater in Gießen unter Biſchoff als Nachfolger des ſchon oben genannten Privatdozenten Barde⸗ leben über und promovierte dort zum Dr. med., nachdem er das
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