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Umgebung Gießens kennen lernen möchten, hoffe ich. Goethe hat die hiesige Landschaft„angenehm“ genannt. Ein Mann wie Liebig hat sich in Gießen trotz knapper Institutsverhältnisse so wohl gefühlt, daß er Rufe nach Holland, an die Akademie der Wissenschaften nach St. Petersburg, an die Universitäten Wien und Heidelberg abgelehnt hat; über 30 Jahre hielt er Gießen die Treue, bevor er nach München übersiedelte. Röntgen, dessen 90. Geburtstag wir gestern feierten, hat testamentarisch bestimmt, daß er in Gießen, wo er von 1879—1888 Direktor des Physikalischen In- stitutes war, zur letzten Ruhe gebettet würde.
Um die Tagung zu rüsten, das darf ich zuletzt freudig aussprechen, haben sich einmütig Staat und Stadt, Rektor und Fakultät, Dozenten- und Studentenschaft bemüht. Nicht zu vergessen ist die hilfsbereite Firma Leitz, die uns einen Projektionsapparat neuester Konstruktion, Mikroskope und anderes zur Verfügung stellte. Die Berechtigung zu diesem Bekenntnis einmütiger Hilfe macht es mir zu einer besonderen Freude, wenn ich nun als derzeitiger Leiter des Pathologischen Institutes an der Universität Gießen Ihnen ein herzliches Willkommen zurufe und damit den Wunsch verbinde, daß Sie gern an Gießen und diese Tagung zurückdenken möchten. Den Empfangsgruß entbiete ich Ihnen gleichzeitig im Namen noch mancher Anderer, die jetzt nicht zu Worte kommen. Nehmen Sie diese Versicherung als ein Zeichen des kameradschaftlichen Zusammenhaltens und der Anhäng- lichkeit, die hier in Gießen herrschen. Ich schließe mit bestem Dank an. alle, die bei den örtlichen Vorbereitungen geholfen haben und noch helfen, nicht zuletzt an die Mitglieder meines Institutes, die in der Sorge für unsere Gäste wetteiferten.


