D.
Begrüßungsrede des Herrn Georg Herzog-Gießen:
Verehrte Fachgenossen! Männer und Frauen!
Als Ortsansässiger möchte ich zunächst auch meinerseits der Freude Ausdruck geben über den zahlreichen Besuch und möchte ferner unserem Herrn Vorsitzenden dafür danken, daß er Gießen zum Tagungsort bestimmt hat. Ich freue mich besonders darüber, daß sich ältere und jüngere Mit- glieder zusammen in so großer Zahl eingefunden haben und daß viele unserer Freunde aus dem Auslande den weiten Weg nach Gießen nicht gescheut haben.
Die Deutsche Pathologische Gesellschaft war immer ein Hort deutschen wissenschaftlichen Geistes und wissenschaftlicher Kameradschaft, ein Hort des Grundsatzes, die Arbeit um des Gemeinwohles willen zu tun und, ohne Rücksicht auf die Person, die Fahne und das Ansehen des Faches in Forschung und Lehre hochzuhalten. Unser Stolz war es, einen würdigen Nachwuchs in väterlicher Strenge heranzuziehen.
Dieser Geist ist auch der Geist des neuen Deutschlands. Dem neuen Deutschland gehören unsere Herzen und unsere Deutsche Pathologische Gesellschaft ist und bleibt eine Stütze seines wissenschaftlichen und zur Gesunderhaltung des Volkes errichteten Gebäudes.
Dieser Geist ist es aber auch gewesen, der unserer Deutschen Patho- logischen Gesellschaft immer schon Freunde aus dem Auslande zuführte. Wir fühlen uns mit ihnen eng verbunden! Daß dieser Geist im neuen Deutsch- land uns immer mehr treue Freunde zuführen möge, ist unser Wunsch. Wenn heute viele Fachgenossen aus dem Auslande unserer Einladung ge- folgt sind, so sehe ich darin ein Zeichen des Vertrauens zu Deutschland


