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Lieder zum 25. Stiftungs-Commers der Burschenschaft Alemannia zu Gießen am 29. Juli 1887 / [Herausgeber: Burschenschaft Alemannia]
Entstehung
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3. So denken wir an die wilde Schlacht, da fechten die deutſchen Männer; das Schwert erklirrt, die Lanze kracht, es ſchnauben die muthigen Renner. Mit Trommelwirbel, Trompetenſchall, ſo zieht das Heer zum Sturme, hinſtürzet vom Kanonenknall die Mauer ſammt dem Thurme.

Wir ſind nicht mehr ꝛc.

4. So denken wir an den jüngſten Tag und hören Po⸗ ſaunen ſchallen; die Gräber ſpringen vom Donnerſchlag, die Sterne vom Himmel fallen. Es brauſt die offne Höllen⸗ kluft mit wildem Flammenmeere, und oben in der goldnen Luft, da jauchzen die ſeligen Chöre.

Wir ſind nicht mehr ꝛc.

5. Und nach dem Wald und der wilden Jagd, nach Sturm und Wellenſchlage, und nach der deutſchen Männer Schlacht und nach dem jüngſten Tage: ſo denken wir an uns ſelber noch, an unſer ſtürmiſch Singen, an unſer Ju⸗ beln und Lebehoch, an unſer Becherklingen.

Wir ſind nicht mehr ꝛc.

VIII.

Wenn wir durch die Straßen ziehen, recht wie Burſch' in Saus und Braus, ſchauen Augen, blau und graue, ſchwarz und braun aus manchem Haus; und ich laß die Blicke ſchweifen nach den Fenſtern hin und her, faſt als wollt' ich Eine ſuchen, die mir die Allerliebſte wär'.

2. Und doch weiß ich, daß die Eine wohnt viel Meilen weit von mir, und doch kann ich's Schau'n nicht laſſen nach den ſchmucken Mädchen hier. Liebchen, woll' dich nicht betrüben, wenn dir Eins die Kunde bringt, und daß dich's nicht überraſche, dieſes Lied ein Wandrer ſingt.

3. Liebchen, nicht um Goldeslohne hör' ich auf, dir treu zu ſein; nicht um eine Königskrone; ewig, ewig bleib' ich dein! Doch das Schau'n nach hübſchen Mädchen, die ſo freundlich nach mir ſehn, nach den Braunen, nach den Blonden, wirſt du mir doch zugeſtehn.