Druckschrift 
Lieder gesungen beim Kommerse zur Feier des Stiftungs-Festes der Ludewigs-Universität zu Gießen am 1. Juli 1893 in Stein's Saalbau / [Herausgeber: Großherzoglich Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen]
Entstehung
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Die Zeit iſt ſchlecht, mit Sorgen trägt ſich ſchon das junge Blut; doch wo ein Herz voll Freude ſchlägt, da iſt die Zeit noch gut. Herein, herein, du lieber Gaſt, du, Freude, komm' zum Mahl, würz' uns, was du beſcheret haſt, kredenze den Pokal! heidi, ꝛc.

Weg, Grillen, wie's in Hukunft geht, und wer den Scepter führt! Das Glück auf einer Kugel ſteht und wunder⸗ bar regiert. Die Krone nehme Bachus hin, nur der ſoll Uönig ſein! Und Freude ſei die Königin, die Reſidenz am Rhein! Heidi, ꝛc.

Beim großen Faß zu heidelberg, da ſitze der Senat, und auf dem Schloß Johannisberg der hochwohlweiſe Rath! Der Herrn Miniſter Regiment ſoll beim Burgunderwein, der Kriegsrath und das Parlament ſoll beim Champagner ſein! heidi, ꝛc.

So ſind die Rollen ausgeteilt und alles wohl beſtellt; ſo wird die kranke Zeit geheilt und jung die alte Welt. Der Traube Saft kühlt heiße Glut, drum leb' das neue Reich, ein Zechermut, ein wahrer Mut: der Wein macht alles gleich! Heidi, ꝛc.

IV.

Und ſchau ich hin, ſo ſchauſt du her, das macht mein Herz ſo ſchwer, ſo ſchwer, und ſchau ich her, ſo ſchauſt du hin, das macht ſo wirr den Sinn. O ſchau nur ein ein⸗ zigsmal, ein einzigsmal mitleidsvoll in meine Liebesqual.

Und komm ich an, ſo gehſt du weg, das ſetzt mein Herz:, in Schreck,:,; und will ich nach, ſo ſchiltſt du laut, daß alles nach mir ſchaut. O bleib nur:, ein einzigsmal: tröſtend ſteh'n bei meiner Liebesqual.

Und ſpreche ich, ſo ſchweigt dein Mund, das ſticht mein Herz:, ſo wund:,: und ſag ich ja, ſo ſagſt du nein! das macht mir große Pein. O ſprich nur:, ein einzigsmal: licht und warm in meine Liebesqual!