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Einiges aus der Geschichte der Zoologie in Gießen / Herr Prof. W. J. Schmidt
Entstehung
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24 Ansprachen.

geprägten Sinn für Orduung, temperamentvoll und doch in Geste und Wort gemessen, so erschien LoDWIG seiner Um- gebung. Von seinen Arbeiten fällt in die Gießener Zeit u. a. die meisterhafte Untersuchung der Entwicklung der sterina gibbosa. Nur ein Mann, dessen Unverdrossenheit und Ausdauer vor dem Umfang keiner Arbeit zurückschreckte, konnte es übernehmen, JoHANN LEUNIS'»Synopsis der Thierkunde«, einen systematischen Überblick des ganzen Reiches der Zoologie, der bis zur Bestimmung jeder genannten Form führt, in kurzer Zeit neu herauszugeben(1883- 1886) das letzte Mal, daß ein systematisches Werk solchen Umfangs von einem Verfasser bewältigt wurde.

Als im Herbst 1887 Lupwic nach Bonn ging, berief die Re- gierung JoHANN WILHELM SPENGEI auf den Gießener Lehrstuhl, der Lopwios Nachfolger in Bremen gewesen war. SPENGELS persönlichkeit sollte dem Gießener Institut für 3 ½ Jahrzehnte das Gepräge geben. 1852 in Hamburg geboren, hatte SPENGEI an der Universität Berlin sich der Medizin, vor allem im Kreise VIRCHOWS der Anthropologie zugewandt, dann bei CLAUs in Göttingen Zoologie studiert, und dort medizinisches Vorexamen und 22jährig das Doktorexamen bestanden. Die Dissertation betraf einen rezenten menschlichen Schädel, der Eigentümlich- keiten des Neanderthalers trug. Dann siedelte SeENGEIL nach Würzburg über, um KoELLIKER, SACHS und SEMPER zu hören. Der letzte hatte kurz vorher die Entstehung der segmentalen Nierenkanälchen der Selachier durch Ausstülpung aus dem Pe- ritonealepithel entdeckt und bald darauf hatte GoFrrE das gleiche in der Entwicklung eines Amphibiums, der Unke, nachgewiesen. SPENGEL zeigte nun 1876, daß die bewimperten Ausstülpungs- trichter in der Niere der erwachsenen Amphibien bestehen bleiben und er baute solche Beobachtung zu einer umfassenden Untersuchung dieses Organes aus. Damit war er lebenslang für die Wirbeltiermorphologie gewonnen in einer Zeit, da die meisten Zoologen sich den Wirbellosen zuwandten und die Vertebraten den Vertretern der Anatomie überließen; SPENGELS Schüler VERSIUYS und RAUITHER haben solche Forschungsrichtung in glücklicher Weise fortgesetzt, dieser für die Fische, jener für die Reptilien. 1877-1878 war SPENGEIL Bibliothekar an der Zoologi- schen Station Neapel und in diesen Jahren schon keimen seine Studien über die Enteropneusten; 1879 habilitiert er sich in Göttingen.*