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Darmstädter Liederbuch : herausgegeben anläßlich des 45-jährigen Stiftungsfestes, S.S. 27
Entstehung
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5. Das vierte hebt zur hehren Weihe die hände und die herzen hoch! es lebe alte deutſche Treue, es lebe deutſcher Glaube hoch! Mit dieſen wollen wir beſtehen, ſie ſind des Bundes Schild und hort, fürwahr, es muß die Welt vergehen, vergeht das feſte Männerwort!

6. Rückt dichter in der heil'gen Runde und klingt den letzten Jubelklang! Von herz zu herz, von Mund zu Munde erbrauſe freudig der Geſang! Das Wort, das unſern Bund geſchürzet, das heil, das uns kein Teufel raubt und kein Tyrannentrug uns kürzet, das ſei gehalten und geglaubt!

E. M. Arndt. 1815.

55. Studentenhumne. Weiſe von Otto Lob.

1. Student ſein, wenn die Veilchen blühen, das erſte Lied die Lerche ſingt, der Maienſonne junges Glühen trieb⸗ weckend in die Erde dringt, Student ſein, wenn die weißen Schleier vom blauen himmel grüßend wehn: l: Das iſt des Daſeins ſchönſte Seier! herr, laß ſie nie zu Ende gehn!.

2, Student ſein, wenn die humpen kreiſen in lieber⸗ ſchloſſnem Freundesbund, von alter Treue bei den Weiſen der Väter jauchzt der junge Mund, Student ſein, wenn die Herzen freier auf der Begeiſtrung höhe ſtehn: Das iſt des Lebens ſchönſte Feier! Herr, laß ſie nie zu Ende gehn!

3. Student ſein, wenn zwei Augen locken, ein ſüßer Mund verſchwiegen küßt, daß jählings alle Pulſe ſtocken, als ob im Rauſch man ſterben müßt, Student ſein in der Liebe Morgen, wenn jeder Wunſch ein frommes Slehn: Das iſt das Leben ohne Sorgen! Herr, laß es nie vor übergehn!

4. Student ſein, wenn die hiebe fallen im ſcharfen Gang, der ſelbſt gewählt, im blut'gen Aneinanderprallen der Mut ſich für das Leben ſtählt, Student ſein, wenn dein einzig Sorgen, ob feſt und tapfer du wirſt ſtehn an deines Lebens Wagemorgen: herr, laß die Zeiten nie vergehn!

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