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Darmstädter Liederbuch : herausgegeben anläßlich des 45-jährigen Stiftungsfestes, S.S. 27
Entstehung
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hirne, Dirne neller, Luſtig

s den Nach⸗ ahlen Wirt,

vor aler. dir uſtig

Welt denig

und arzes

20. Der Graf von Rüdesheim. Weiſe von K. fHl. Michaelis.

1. Das war der Graf von Rüdesheim, mit Gütern reich beglückt, der hat des Winzers holder Maid zu tief ins Kug geblickt. Doch als er ihr die Lieb geſtand, lacht ſie ihm ins Geſicht; der Graf ritt tief gekränkt nach haus und mied des Tages Licht. Und er ſaß und vergaß in ſeiner Burg am Rhein ſeinen Schmerz, l: denn das herz tröſtet Rüdesheimer Wein..

2. Wohl ſieben Jahre ſaß er ſo geſchieden von der Welt und gab für Rüdesheimer Wein hin all ſein Gut und Geld; wohl vierzig Güter gab er hin für edles Reben⸗ blut, und als das letzte Jahr verging, ging auch das letzte Gut. Alſo ſaß und vergaß er in der Burg am Khein ſeinen Schmerz, l: denn das herz tröſtet Rüdesheimer Wein. J

3. Doch als das letzte Gut vertan, ging es dem Grafen ſchlecht; ein anderer herr bezog das Schloß da ward der Graf ein Unecht. Die ganze Woche plagt er ſich im Wirts⸗ haus vor der Burg; was in der Woche er verdient, bracht er am Sonntag durch. Und dann ſaß und vergaß er im Rellerloch am Rhein ſeinen Schmerz uſw.

4. Und die euch dieſes Lied erdacht, die waren ſelber dort; zu Fuß kam man den Berg herab, die Gelder waren fort. Man haderte mit dem Geſchick und härmte ſich gar ſehr; da hörte man vom edlen Graf die wunderſame Mär. Und man ſaß und vergaß vor ſeiner Burg am Rhein allen Schmerz uſw.

21. Das war der zwerg Perkeo⸗ Eigene Weiſe.

1. Das war der Zwerg Perkeo im heidelberger Schloß, an Wuchſe klein und winzig, an Durſte rieſengroß. Man ſchalt ihn einen Narren, er dachte:Liebe Leut', wär't ihr wie ich doch alle feuchtfröhlich und geſcheut! wär't ihr wie ich doch alle feuchtfröhlich und geſcheut!

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