5.„Mit Hermes Trismegiſtos' Liſt wird keiner elaborieret, die Sonne iſt der Alchymiſt, der's flüſſig deſtillieret: Wenn's durch die Adern glüht und rollt mit des Silfingers Wonnen, dann habt ihr Gold, habt echtes Gold und ehrlich ſelbſt gewonnen. A. V. K. L. W. H. Haec vera practica!“
6. Da lacht der Abt:„Mit ſolcher Lehr' zwingt ihr auch mich zum Kruge, denn All Voll, Keiner Leer, Wein her iſt eine feuchte Fuge. Als Fauſti Goldſpruch laß ich ſie jetzt in den Kreuzgang malen, man kennt die ganze Melodie ſchon an den Initialen: A. V. K. L. W. H. Sit vino gloria!“
9.
1. Auf den Bergen die Burgen, im Tale die Saale, die Mädchen im Städchen, einſt alles wie heut. Ihr werten Ge⸗ fährten, wo ſeit ihr zur Zeit mir, ihr Lieben geblieben? Ach alle zerſtreut, ach alle zerſtreut!
2. Die einen, ſie weinen; die andern, ſie wandern; die dritten noch mitten im Wechſel der Zeit, auch viele am iele, zu den Toten entboten, verdorben, geſtorben in Luſt und in Leid.
3. Ich alleine der eine, ſchau' wieder hernieder zur Saale im Tale, doch traurig und ſtumm. Eine Linde im Winde, die wiegt ſich und biegt ſich, rauſcht ſchaurig und traurig; ich weiß wohl warum.
10.
1. Die lichten Sterne funkeln hernieder, kalt und ſtumm; von Waffen klirrt's im Dunkeln, der Tod ſchleicht draußen um. Schweb' hoch hinauf, mein Geigenklang! Durchbrich die Macht mit klarem Sang! Du weißt den Spuk von dannen zu bannen.
2. Wohl finſter iſt die Stunde, doch hell ſind Mut und Schwert, in meines Herzens Grunde ſteht aller Freuden herd. — Lebensluſt, wie reich du blühſt! O heldenblut, wie kühn du glühſt! Wie gleicht der Sonn' im Scheiden ihr beiden.
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