Druckschrift 
Der Giessener Wingolf : Kommers-Lieder zur Feier des 60. Stiftungs-Festes, 22.-24. Juli 1912
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dritte Weiſe.

1I.(Präſides:) So nimm ihn hin, dein Haupt will ich bedecken und drauf den Schläger ſtrecken! Es leb auch dieſer Bruder hoch! Ein hundsfott, wer ihn ſchimpfen ſoll.

(Alles) So lange wir ihn kennen, woll'n wir ihn Bruder nennen! Es leb' auch dieſer Bruder hoch, es leb'auch dieſer Bruder hoch.

Vierte Weiſe. (Weiſe wie Vers 0).

12. Ruhe von der Burſchenfeier, blanker Weihedegen, nun! Jeder trachte, wack'rer Freier um das Vaterland zu ſein! Jedem Heil, der ſich bemühte, ganz zu ſein der Väter wert! Keiner taſte je ans Schwert der nicht edel iſt und bieder!

Fünfte Weiſe.

1. So lag einſt in der Friedenshalle das deutſche Helden⸗ ſchwert geſtreckt, als noch vom Kriegstrompetenſchalle der Deutſche nur zum Streit geweckt, als Freiheit nur und Vaterland zum Schwerte rief die tapfere Hand.

2. Da galt noch in der Väter hütte der Freundſchaft und der Menſchheit Pflicht. Ja, Läſtrer alter deutſcher Sitte, ſo rauh wie eure war ſie nicht, mit Waffen hat ſie nie geſpielt, in Freundes⸗ blut ſich nie gekühlt.

3. Sich feindlich mit dem Freunde ſchlagen, das tut kein wackrer, deutſcher Mann, hat nie in jenen deutſchen Tagen ein tapfrer Heldenſohn getan: Für Vaterland und eignen Herd und Unſchuld blitzt das deutſche Schwert.

4. Wohlan, ihr deutſchen Blutes Erben, wohlan! Ge⸗ lobt mit Mund und hHand, den Degen nimmermehr zu färben, als für's gekränkte DVaterland! Wer anders tut, der fliehe fort und weile nicht an deutſchem Ort!

1. Gaudeamus igitur, juvenes dum sumus! Post jucundam juventutem, post molestam senectutem nos habebit humus.

8