5. Talab noch mancher Tropfen rann— gut Ding will Weile haben!— dann brach die höhre Bildung an für Heſſens wackre Unaben. In Deutſchlands ſtolzen Hochſchulchor trat ſpät die Gieß'ner Schweſter; ſelbſt Marburg, leider, war ihr vor um dritthalb Schock Semeſter.
6. Das wäre denn die Urgeſchicht' der hohen Schul' zu Gießen! Was weiter folgt, wer hört es nicht mit Jubelſchall geprieſen: wie Cudwigs treue Liebesmüh ſie Marburg ſchuf zum Trutze, wie wohlgehegt ſie ſpät und früh in ſeines Hauſes Schutze.
7. Auch ſonſt wohl hat man allerhand gehört und auch geleſen, was Wunder ſie dem Heſſenland drei Saecula geweſen. Wohlan, den alten ächten Sinn ſie feſt und treu bewahre, dem Vaterland zum Vollgewinn noch viele hundert Jahre!
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1. Wer's redlich meint und frei von Lug, der nehm ſein Glas zur Hand und trinke einen friſchen Zug: Hoch, hoch mein Vaterland! Das iſt ein Trunk der ſich noch trinkt, ein Wort, das in die Seele klingt::,: Hoch, hoch mein Vaterland.
2. Und wenn ſich der und jener biegt, dem's Vaterland getraut; und wenn ſich der und jener ſchmiegt, auf den mein Herz gebaut; und nennt man's Torheit ſelbſt und Wahn— ich ſtimm' mein freies Lied noch an:,: Hoch, hoch mein Vaterland.
3. Und haben wir kein Vaterland— wir haben Araft im Arm, und haben wir kein Vaterland, uns ſchlägt das hHerz noch warm; will's Gott, iſt das in gutem Stand, das ſchafft ſich wohl ein Vaterland::; Hoch, hoch mein Vaterland.
4. Sin freies Herz und Mannesmut, dem ſteht die Mette nicht, und dünkt euch eure Wehre gut,— auch Eiſen ſpringt und bricht; und tragen viele gern ihr Joch— es wird doch end⸗ lich beſſer noch::: Mut, Mut mein Vaterland.;:
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