Druckschrift 
Kommers-Lieder des Giessener Wingolf / [vom Gießener Winfolf]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

--

2. Weiß wie die Unſchuld ſei der Brüder Zeichen, rein wie das Gold der Geiſt, der uns durchglüht, und daß wir nie, im Tode ſelbſt nicht weichen, ſei ſchwarz das Band, das unſre Bruſt umzieht. Ob Fels ꝛc.

3. Wir wiſſen noch den treuen Stahl zu ſchwingen, die Stirn iſt frei und ſtark der Arm im Streit! Wir dauern aus und wollen mutig ringen, wenn es der Ruf des Vaterlands gebeut. Ob Fels ꝛc.

4. So ſchwört es laut bei unſerm deutſchen Schwerte: Dem Bunde treu im Leben und im Tod! Auf, Brüder auf und ſchirmt die Vatererde und ruft hinaus ins blut'ge Morgenrot: Ob Fels ꝛc.

5. Und du, mein Liebchen, das in ſüßen Stunden den Freund beſeelt mit manchem Blick und Wort, dir ſchlägt mein Herz noch über Grab und Wunden, denn ewig dauert treue Liebe fort. Ob Fels ꝛc.

6. Trennt das Geſchick des großen Bundes Glieder, ſo reichet euch die treue Bruderhand! Noch einmal ſchwörts, ihr meine deutſchen Brüder: Dem Bunde treu und treu dem Vater⸗ land! Ob Fels ꝛc.

6.

1. Brauſe, du Freiheitsſang, brauſe wie Wogendrang aus Felſenbruſt, aus Felſenbruſt! Feig bebt der Anechte Schwarm; uns ſchlägt das herz ſo warm, uns zuckt der Jünglingsarm voll Tatenluſt.

2. Gott Vater, dir zum Ruhm flammt deutſches Rittertum in uns aufs neu; neu wird das alte Band, wachſend wie Feuers Brand: Gott, Freiheit, Vaterland, altdeutſche Treu.

3. Stolz, keuſch und heilig ſei, gläubig und deutſch und frei Hermanns Geſchlecht. Zwingherrſchaft, Zwingherrnwitz tilgt Gottes Racheblitz; euch ſei der herrſcherſitz, Freiheit und Recht!