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Philister-Lieder der Adelphia : zum 20jährigen Stiftungsfest / gewidmet von Otto Roth
Entstehung
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2. Ich kam als kraſſer Suchs hierher und ſpähte in den Gaſſen, wo mir ein Bett und Simmer wär', den langen Leib zu faſſen. Sand Sofa nicht, noch Stiefelknecht, und doch war mir die Bude recht,: denn keine iſt aequalis der filia ho- spitalis.:

3. Sie iſt ein gar zu herzig Kind mit ihren blonden Söpfen, die Süßchen laufen wie der Wind im Schuh mit Guaſt' und Knöpfen; die Schürze bauſcht ſich auf der Bruſt, allwo ich ſchau', iſt eitel Cuſt, ſ: und keine iſt aequalis der filia ho- spitalis.:

4. Im Haus herrſcht ſie als guter Geiſt und zeigt's an jedem erſten: Der einz'ge Schüler war verreiſt, die Kaſſe mir am leerſten. Da wurd' ihr Wort mir Schutz und Schild und ſtimmte den Philiſter mild, ſ: drum iſt auch nichts aequalis der filia hospitalis.:

5. Vier Miether hat ſie: der Juriſt beſucht nur feine Kreiſe, der Mediziner iſt kein Chriſt, der Theolog zu weiſe. Doch mir, mir, dem Philologus, gab ſie in Süchten einen Kuß,: und keine iſt aequalis der filia hospitalis.:

6. Auf eines hält ſie ſcharfe Acht und läßt nicht mit ſich ſpaſſen: Wer je der Magd den Kof gemacht, würd nimmer ihr mehr paſſen. Swar das Mamſellchen am Büffet iſt höchſt pikant und äußerſt nett: und dennoch nicht aequalis der filia hospitalis.:

7. Du rheiniſch Mädchen, wüßt' ich doch, was Gott mit uns beſchloſſen? Ich ſchanz' mir in den Kopf ein Coch und ochſe unverdroſſen. Und wärſt du mir auch nie beſcheert, zeit⸗ lebens bleibſt du hochgeehrt,: weil keine dir aequalis, dir filia hospitalis.: preisgedicht von Dr. Otto Kamp.

J.