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ERun Brüder, trinket froh mit mir, ſeht, wie die A Becher ſchäumen! Bei vollen Gläſern wollen wir ein Stündchen hier verträumen! Das Auge flammt, die Wange glüht, in kühnern Tönen rauſcht das Lied, ſchon winkt der Götterwein! Schenkt ein! Schenkt ein! Schon winkt der Götterwein! Schenkt ein!
2. Doch was euch tief im Herzen wacht, das will ich jetzt begrüßen: dem Liebchen ſei dies Glas gebracht, der Ein⸗ zigen, der Süßen; das höchſte Glück für Menſchenbruſt, das iſt der Liebe Götterluſt, ſie trägt euch himmelan! Stoßt an!
3. Ein Herz, im Kampf und Streit bewährt bei ſtrengem Schickſalswalten, ein freies Herz iſt Goldes werth, das müßt ihr feſt erhalten. Vergänglich iſt des Lebens Glück, drum pflückt in jedem Augenblick euch einen friſchen Strauß! Trinkt aus!
4. Jetzt ſind die Gläſer alle leer; füllt ſie noch einmal wieder! Es wogt im Herzen hoch und hehr— wir ſind ja Alle Brüder, von einer Slamme angefacht— dem deutſchen Volke ſei's gebracht, auf daß es glücklich ſei und frei!
Th. Körner.
22. Die Lindenwirthin.
Rauen Tropfen im Becher mehr und der Beutel ſchlaff und leer, lechzend Herz und Sunge.— Angethan hat's mir dein Wein, deiner Aeuglein heller Schein,: Linden⸗ wirthin, du junge!:
2. Und die Wirthin lacht und ſpricht:„In der Linde giebt es nicht Kreid' und Kerbholz leider, haſt du keinen Heller mehr, gieb zum Pfand dein Ränzel her,: aber trinke weiter!:


