beſonders geſchulte Hilfskräfte zur Verfügung zu haben. Früher war es ſo, daß der Arzt, ſowohl der praktiſch tätige als auch der Wiſſenſchaftler, ſich ſeine Hilfskräfte ſelbſt herangebildet hat; dies war natürlich mit großen Zeitopfern verknüpft und auf die Dauer bei der wachſenden Beſchäftigung nicht mehr durchzuführen. So machte ſich der Wunſch geltend, Hilfskräfte mit einer feſten Vor⸗ bildung zu gewinnen und dieſe Vorbildung möglichſt auf alle Unterſuchungsmethoden auszudehnen, um einen gewiſſen feſten Grundſtock zu haben. Durch miniſteriellen Erlaß wurde die Aus⸗ bildung in den einzelnen Ländern des Reiches geregelt und eine ſtaatliche Prüfung eingeführt. Jetzt iſt es ſo, daß Techniſche Aſſi⸗ ſtentinnen ohne ſtaatliche Anerkennung, die ſie nach einer beſtimm⸗ ten Zeit praktiſcher Tätigkeit nach erfolgreich beſtandenem Staats⸗ examen erwerben, nicht mehr angeſtellt werden.
Der Beruf einer Techniſchen Aſſiſtentin iſt ein ausgeſprochener Frauenberuf. Die Ausführung der komplizierten Arbeiten ſetzt pein⸗ liche Sorgfalt, Genauigkeit, Aufmerkſamkeit und Ordnungsliebe voraus. Die Tätigkeit iſt ſehr verantwortungsvoll und im all⸗ gemeinen ſehr intereſſant. Die Techniſche Aſſiſtentin hat eine ſoziale Aufgabe. Die Ausſicht, zu wirtſchaftlich befriedigender Tätigkeit zu gelangen, iſt augenblicklich ſehr günſtig, es ſind zurzeit ſehr viele freie Stellen überall im Reich vorhanden.
Die Gießener Schule ſteht unter der Leitung von Herrn Pro⸗ feſſor Dr. Hildebrandt, Direktor des Pharmakologiſchen Inſtituts. In den beiden zurzeit laufenden Kurſen befinden ſich 50 Schüle⸗ rinnen, von denen 20 im März die Schule verlaſſen werden, und zwar 18 als Laboratoriumsaſſiſtentinnen, 6 als Röntgenaſſiſten⸗ tinnen und 2 als Laboratoriums⸗ und Röntgenaſſiſtentinnen. Neue Schülerinnen werden jeweils im Oktober jedes Jahres aufgenommen.
Der Unterricht wird von Univerſitätsdozenten in den Räumen der Univerſitätsinſtitute und Kliniken erteilt und iſt theoretiſch und praktiſch. FJür Laboratoriums⸗ und auch für die Röntgenaſſiſten⸗ tinnen umfaßt er im erſten Semeſter die Fächer Chemie, Phyſik, Anatomie und Phyſiologie, wozu dann im zweiten und dritten Semeſter für die Laboratoriumsaſſiſtentinnen Bakteriologie und mikroſkopiſch⸗anatomiſche Technik ſowie kliniſche Chemie und Mikro⸗ ſkopie hinzukommt und für die Röntgenaſſiſtentinnen gründliche Ausbildung in der Technik der Röntgenaufnahmen und ⸗therapie, Strahlenkunde und photographiſchen Technik. Als Wahlfächer, die aber faſt von allen Schülerinnen gerne auch erlernt wurden, kom⸗ men Zeichnen und Photographie, beides ſowohl makroſkopiſch wie
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