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Das Studium an der Ludwigs-Universität in Gießen an der Lahn / herausgegeben im Auftrage der Stadt Gießen ; zusammengestellt von Hans Fritz Schuster, Gießen ; Bilder von Winterhoff und Bürck
Entstehung
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perſönlich bearbeiten und zu eigener Stellungnahme vordringen. Wir warnen alſo davor, nur nach Kollegheften zu arbeiten, empfeh⸗ len vielmehr nachdrücklich, immer auch Bücher, und zwar nicht nur Lehrbücher, ſondern auch Einzeldarſtellungen zu Kate zu ziehen. Solche eigene Arbeit iſt durch nichts zu erſetzen; ſie iſt auch für das Examen wichtiger als bloße Einprägung und Wiederholung eines innerlich nur unvollkommen angeeigneten Stoffs.

4. Um eine gründliche Kenntnis des Alten und Neuen Teſtaments zu gewinnen, muß jeder Student im Laufe ſeiner Studienzeit die Hauptbücher des Alten und das ganze Neue Teſta⸗ ment im Urtext geleſen haben und mit beiden Teſtamenten völlig vertraut geworden ſein. Bibelkunde iſt erſtes Erfordernis des Stu⸗ diums. Die Lektüre mag zum Teil kurſoriſch ſein, d. h. ſich auf die Hilfe von Grammatik und Lexikon beſchränken, zum anderen Teil muß ſie ſich mit gründlichen exegetiſchen Studien verbinden, zu denen Vorleſungen und gute Kommentare anleiten.

Im allgemeinen empfiehlt es ſich, von leichteren exegetiſchen Vor⸗ leſungen wie Geneſis oder erſtem Korintherbrief, Apoſtelgeſchichte und katholiſchen Briefen zu ſchwierigeren wie Jeſaja, Pſalmen und Kleine Propheten oder den Evangelien, Römerbrief und Hebräer⸗ brief fortzuſchreiten.

Hand in Hand mit der bibliſchen Exegeſe geht das Studium der⸗ jenigen Jächer, in denen der Stoff in zuſammenhängender, ſyſtema⸗ tiſcher Form dargeboten wird. Dazu gehören die Einleitung in das Alte und das Neue Teſtament, alt⸗ und neuteſtamentliche Theologie, Geſchichte Iſraels, neuteſtamentliche Zeitgeſchichte.

5. Die Kirchen⸗ und Dogmengeſchichte geht der Ge⸗ ſchichte des Chriſtus im Leben und Denken der Menſchen, Völker und Kulturen nach, um ſo zur tieferen Erfaſſung des Weſens und der Aufgabe der heutigen Theologie und Kirche anzuleiten. Neben den Vorleſungen über allgemeine Kirchengeſchichte und ein⸗ zelne Teilgebiete, die im erſten Studienſemeſter mit Kirchen⸗ geſchichte Teil I(Alte Kirche) oder auch Teil III(KReformation) be⸗ gonnen werden können, ſoll ein Quellenſtudium für dieſes oder jenes frei zu wählende Spezialgebiet(z. B. Auguſtin, Germanen⸗ miſſion, Scholaſtik, Myſtik, reformatoriſche Theologie, Idealismus, Kierkegaard u. ä.) hergehen. Beſonders iſt die Lektüre einiger Luther⸗ ſchriften und einer guten Lutherbiographie unerläßlich. Fur Er⸗ gänzung des kirchengeſchichtlichen Studiums können kunſt⸗, litera⸗ tur⸗ und profangeſchichtliche Vorleſungen, namentlich in den erſten Semeſtern, gehört werden.

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