Eng wie die Stadt iſt auch die Hochſchule mit der Landſchaft verbunden. Früh wurde hier Volkskunde betrieben, und die Arbeit am Südheſſiſchen Wörterbuch hat einen gleich guten Ruf wie die Heſſiſchen Blätter für Volkskunde. Die Ausgrabungen auf dem Gleiberg ſind eine hervorragende Leiſtung des Vorgeſchichtlers der Univerſität. So werden dem Studenten hier Arbeitsgebiete nahe⸗ gebracht, die mit Recht im Vordergrund unſerer heutigen Arbeit ſtehen. Gießen iſt eine kleine Univerſität, und es iſt ſchön, daß es ſo iſt. Hier iſt eine wahrhafte und ſchöne Zuſammenarbeit von Dozenten und Studenten Wirklichkeit geworden. Hier kennt ſich jeder, und es entſteht eine echte Gemeinſchaft in Arbeit und Freude. maſſenbetriebe gibt es nicht, in perſönlicher Fühlung findet jeder einzelne Rat und Hilfe.
Das Berufsziel der meiſten unſerer Kameraden iſt das Lehramt. Und ſie darauf vorzubereiten, iſt nicht nur Aufgabe des darin be⸗ währten pädagogiſchen Inſtitutes, ſondern auch der Fachſchaft. Neben dem RBW kK. und ſeinen Arbeitsgemeinſchaften, neben Be⸗ rufsberatung und fröhlichen Feiern legt ſie gerade auf praktiſchen Lehrdienſt an Höheren Schulen beſonderen Wert. Dieſe Arbeit wird den immer noch beſtehenden Riß zwiſchen Schule und Hochſchule endgültig überbrücken und für die Fachſchaftskameraden von wirk⸗ lichem Wert ſein, auch wenn ſie von einer HfL. zu uns kommen.
Im WMittelpunkt unſeres Studiums ſteht die Seminararbeit, für die erſten Semeſter einführend in Proſeminaren, ſpäter in den Haupt⸗ und Oberſeminaren. Hier hat der Student Gelegenheil, nicht nur ſeine Aufnahmefähigkeit, ſondern auch ſein Können zu beweiſen. Die Seminarbüchereien enthalten die weſentlichen Hilfs⸗ mittel, für ſpeziellere Arbeiten gewährt ſie die ausgezeichnete Uni⸗ verſitätsbibliothek. Die Namen unſerer Dozenten waren und ſind Namen von ausgezeichnetem Klang im Reich und darüber hinaus. Es wird gut bei uns gearbeitet, und es wird etwas geleiſtet, aber es wird auch gern gefeiert, und jeder, der hier ſtudiert hat, denkt gern an das„alte Neſt“ an der Lahn zurück.
Das Studium der Rechtswiſſenſchaft.
Der Studiengang für das Studium der Rechtswiſſenſchaft wird für das ganze Reich durch eine einheitliche Studienordnung be⸗ ſtimmt. Dieſe ſieht eine Reihe von Hauptvorleſungen und beſonders wichtigen Vorleſungen vor, deren Beſuch zu einem ordnungs⸗
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