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Das Studium an der Ludwigs-Universität in Gießen an der Lahn / herausgegeben im Auftrage der Stadt Gießen ; zusammengestellt von Hans Fritz Schuster, Gießen ; Bilder von Winterhoff und Bürck
Entstehung
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Das Studium der Mathematik an der Univerſität Gießen.

Ein genauer Plan, der alle Vorleſungen, Ubungen und Seminare des Mathematikſtudiums für die einzelnen Semeſter feſtlegt, kann nicht gegeben werden. Selbſtverſtändlich gibt es einen beſtimmten Kreis von Einführungsvorleſungen mit zugehörigen Übungen, deren Beſuch für jeden Anfänger unerläßlich iſt: Differential⸗ und Integralrechnung, analptiſche Geometrie, praktiſche Analyſis, Algebra, Determinanten und aus der angewandten Mathematik darſtellende Geometrie. Auf eine tätige und ſelbſtändige Arbeit in der Ubungen iſt beſonderer Wert zu legen. Aber über dieſes elementare Küſtzeug hinaus beſteht für den einzelnen weitgehende Freiheit, ſich nach eigener Neigung und Fertigkeit an der Fülle des Dargebotenen weiterzubilden. Es iſt dringend erwünſcht, daß ſich der Student im Laufe ſeines Studiums immer wieder von einem der Dozenten oder dem Aſſiſtenten darüber beraten läßt, wie er ſein Studium im Zinblick auf den von ihm erſtrebten Beruf am zweckmäßigſten geſtaltet.

Was von dem Studierenden erwartet wird, läßt ſich ſomit hier nur im Umriß angeben. Der Hauptfächler muß neben der Ver⸗ folgung ſeiner beſonderen Neigungen einen guten Geſamtüberblick bekommen, muß ſich in Übungen und Seminaren weiterſchulen, insbeſondere im Hinblick auf die Anwendungen. Beſondere Vor⸗ leſungen über Wehrmathematik, mathematiſche Erbtheorie, Ver⸗ ſicherungsmathematik, Statik, Feſtigkeitslehre, Geodäſie, Wahr⸗ ſcheinlichkeits⸗ und Ausgleichsrechnung geben ihm neben den ſtark auf Anwendungen gerichteten Übungen zu den Vorleſungen der reinen Mathematik immer wieder Gelegenheit, ſich nach den ver⸗ ſchiedenſten Seiten hin auszubilden, und er hat damit die Möglich⸗ keit, ſich aus der Fülle der heute dem mathematiſch Geſchulten offenſtehenden Berufsmöglichkeiten auf den ſeinen Fähigkeiten und Neigungen entſprechenden Beruf vorzubereiten. Es iſt nur zu wünſchen, daß der Mathematikſtudierende mehr als bisher die Augen für dieſe Möglichkeiten offenhält.

Von dem Rebenfächler wird neben dem Beſuch der obengenann⸗ ten Einführungsvorleſungen und der tätigen Beteiligungen an den daran anſchließenden Ubungen der Beſuch mindeſtens einer höheren Vorleſung gefordert. Es ſei noch darauf hingewieſen, daß die in

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