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Das Studium an der Ludwigs-Universität in Gießen an der Lahn / herausgegeben im Auftrage der Stadt Gießen ; zusammengestellt von Hans Fritz Schuster, Gießen ; Bilder von Winterhoff und Bürck
Entstehung
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und durch eine beſtimmte geographiſche Aufgabenſtellung zu arbeiten und zweitens in den die Referate ſeiner Kommilitonen beſchließenden Diskuſſionen den Stand ſeiner geographiſchen Allgemeinausbildung unter Beweis zu ſtellen.

Neben dem mehr theoretiſchen Unterricht in Vorleſung und Se⸗ minar hat der Geographieſtudent auf den ſommerlichen Exkurſionen reiche Möglichkeiten, unmittelbar aus eigener Anſchauung die Wirk⸗ ſamkeit der verſchiedenſten geographiſchen Faktoren kennen und er⸗ kennen zu lernen. Dieſem Fwecke dienen die alle zwei Wochen ſtatt⸗ findenden Ausflüge in die geologiſch und morphologiſch ſo außer⸗ ordentlich ergiebige nähere und weitere Umgebung Gießens. An⸗ ſchließend an das Sommerſemeſter findet dann eine große 4tägige Wanderung ſtatt, die den Studenten die Natur, Eigenart und Be⸗ deutung deutſcher Grenzlandſchaften erleben laſſen ſoll. In manchen Sommern werden dann noch topographiſche Übungen in der Nähe Gießens durchgeführt.

Die Vorleſungen und Ubungen werden im Geographiſchen Inſtitut, Brandplatz 4, gehalten. Hier ſtehen dem Studierenden für ſeine Arbeit ein Seminarraum mit einer Jachbibliothek von rund 4000 Bänden und ein großer Feichenſaal zur Verfügung. Die Bücher können dem Studenten im Einvernehmen mit dem Aſſiſtenten auch ausgeliehen werden. Selbſtverſtändlich ſind auch im Seminarraum die neueſten Nummern der wichtigſten in⸗ und ausländiſchen geo⸗ graphiſchen Feitſchriften zu finden, deren gebundene ältere Jahr⸗ gänge ebenfalls vorliegen. Außerdem befindet ſich hier eine Bücherei für heſſiſche Landesforſchung und geographiſche Raumforſchung für das Heimatgebiet.

Eine nicht unbenützt zu laſſende Gelegenheit, völkerkundliches Wiſſen auf anſchauliche Weiſe zu beleben, bietet ſich in dem Muſeum für Völkerkunde, das eine nicht unanſehnliche Sammlung ethnographiſcher Gegenſtände aus allen Erdteilen enthält. Die Geſellſchaft für Erd⸗ und Völkerkunde, die in Gießen ſeit 1896 beſteht, läßt im Winter in öffentlichen Vorträgen bekannte Geo⸗ graphen und Forſchungsreiſende über moderne geographiſche Pro⸗ bleme oder die Ergebniſſe ihrer Reiſen berichten. So bieten ſich an der Univerſität Gießen umfaſſende Möglichkeiten, das Geographie⸗ ſtudium nach allen Richtungen zu betreiben und zu vertiefen.

Fum Schluß ſei noch auf die geographiſche Fachſchaft hingewie⸗ ſen, die es ſich zur Aufgabe macht, die Rommilitonen in geſelliger Form näherzubringen und in der äußeren Geſtaltung ihres Stu⸗ diums zu beraten.

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