Druckschrift 
Das Studium an der Ludwigs-Universität in Gießen an der Lahn / herausgegeben im Auftrage der Stadt Gießen ; zusammengestellt von Hans Fritz Schuster, Gießen ; Bilder von Winterhoff und Bürck
Entstehung
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Es iſt unmöglich, hier eine erſchöpfende Einzelanweiſung für das Studium der Geologie als Haupt⸗ oder Nebenfach zu geben. Die Dozenten und Aſſiſtenten des Geologiſchen Inſtituts ſtehen den Studierenden jederzeit gern zur Beratung über Einzelfragen zur Verfügung.

Das Studium der Geographie.

Es liegt im Weſen der Geographie, daß ſie ſich ſowohl in den Rahmen einer mehr naturwiſſenſchaftlich als auch den einer mehr geiſteswiſſenſchaftlich ausgerichteten Fächergruppe einordnen läßt, ohne als iſoliertes völlig beziehungsloſes Wiſſensgebiet in der jeweiligen Fächergruppe zu ſtehen.

Der Student, den Veranlagung und beſondere Neigung zum Erd⸗ kundeſtudium führen, muß um überhaupt ſpäter zur Prüfung für das höhere Lehramt zugelaſſen zu werden noch zwei weitere Fächer wählen. Die Wahl dieſer Nebenfächer bleibt ſeinem eigenen Ermeſſen überlaſſen, doch möge er ſich dabei von folgenden Er⸗ wägungen leiten laſſen: Die heutige Geographie ruht auf natur⸗ wiſſenſchaftlicher Grundlage. Dies kommt ſchon in der Art der Hilfswiſſenſchaften zum Ausdruck. Mathematik, anorganiſche Chemie, Phyſik und Geologie ſind die Grundlagen, um Probleme der mathematiſchen Geographie, der Klimatologie, Morphologie und Hydrogeographie richtig beſchreiben und erklären zu können. Bota⸗ niſche und zoologiſche Kenntniſſe verhelfen zu einem beſſeren Ver⸗ ſtändnis der Pflanzen⸗ und Tiergeographie. In der Anthropo⸗ geographie rücken erſtmalig in Völkerkunde, Geſchichte und Volks⸗ wirtſchaft geiſteswiſſenſchaftliche Methoden in den Vordergrund. Die Aufzählung dieſer Hilfswiſſenſchaften geſchah nicht aus dem Grunde, um den Studenten vor dem Umfang dieſer Wiſſenſchaften erſchrecken zu laſſen, ſondern nur, um ihn darauf aufmerkſam zu machen, mit welcher Vorſicht er die zwei übrigen Fächer aus zuwählen hat, will er in ſeine Fächerzuſammenſtellung eine ein⸗ heitliche Note bringen und ſich ſelbſt das Studium erleichtern. Mit naturwiſſenſchaftlichen Jächern läßt ſich Geographie immer noch am vorteilhafteſten verbinden. Aus dem Gebiet der Kultur⸗ wiſſenſchaften ſind Geſchichte und Deutſch die Fächer, die ſich am beſten mit Geographie vereinigen laſſen. Selbſtverſtändlich berück⸗ ſichtigt der Dozent das beſondere Intereſſe des Studenten, ſo wie es aus der Art der Fuſammenſtellung ſeiner Fächer zu erſehen iſt.

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