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Das Studium an der Ludwigs-Universität in Gießen an der Lahn / herausgegeben im Auftrage der Stadt Gießen ; zusammengestellt von Hans Fritz Schuster, Gießen ; Bilder von Winterhoff und Bürck
Entstehung
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ziehung geſetzt. Die Methoden der vor⸗ und urgeſchichtlichen For⸗ ſchung ſind im weſentlichen geologiſche Methoden.

Neben dem auf geſchichtlichem Gebiet liegenden wiſſenſchaftlichen Fiel hat die Geologie wichtige praktiſche Aufgaben zu er⸗ füllen. Die planmäßige Durchforſchung der Erdrinde, ihrer Lage⸗ rungsverhältniſſe und Geſteinsbeſchaffenheit ergibt wichtige Grund⸗ lagen für die Durchführung techniſcher und wirtſchaftlicher Maß⸗ nahmen. Bergbau und ſonſtige Rohſtoffgewinnung, Waſſerver⸗ ſorgung, Straßenbau und andere techniſche Aufgaben, land⸗ und forſtwirtſchaftliche Bodennutzung und Bodenverbeſſerung, militä⸗ riſche Maßnahmen verſchiedener Art, und dergleichen mehr erfordern an zahlreichen Stellen die praktiſche Mitarbeit des Geologen. Im neuen Vierjahresplan des Führers ſind dem deutſchen Geologen ganz beſonders wichtige Aufgaben geſtellt worden.

Das Studium der Geologie als Hauptfach erfordert gründliche Vorkenntniſſe in den anderen Naturwiſſenſchaften, vor allem auf dem Gebiet der Mineralogie, der Zoologie und der Chemie (insbeſondere der anorganiſchen Chemie); für manche Teilgebiete der Geologie und Paläontologie ſind auch Kenntniſſe in Phyſik, Geo⸗ graphie und Botanik ſehr erwünſcht. Seine Fachausbildung erhält der Geologe nur zum kleineren Teil in den Vorleſungen; er muß ſich durch ſelbſtändiges Durcharbeiten der geologiſchen und paläonto⸗ logiſchen Lehrſammlungen die unentbehrlichen Formen⸗ und Geſteins⸗ kenntniſſe aneignen; der weitaus wichtigſte Teil der Ausbildung ſind jedoch die Lehrausflüge und Geländeübungen ſowie die ſelb⸗ ſtändige Geländearbeit. Je mehr Zeit darauf verwandt werden kann und je vielſeitiger die geologiſche Umgebung des Hochſchul⸗ ortes iſt, deſto beſſer wird die Ausbildung. Eine kleine, in geolo⸗ giſch wechſelvoller Umgebung gelegene Univerſitätsſtadt wie Gießen bietet für die Ausbildung in Geologie beſonders günſtige Bedingun⸗ gen. Ein zeitweiliger Wechſel des Studienortes iſt empfehlenswert.

Als Ausbildungszeit können acht Semeſter ausreichen; die erſte Hälfte der Studienzeit dient im weſentlichen der allgemeinen natur⸗ wiſſenſchaftlichen Ausbildung, doch ſoll gleichzeitig auch die Fach⸗ ausbildung durch Teilnahme an Lehrausflügen und Vorleſungen gefördert werden. Die ſpäteren Semeſter dienen der Ergänzung der Fachausbildung und der Ausarbeitung der Doktordiſſertation, die in der Regel eine Geländearbeit ſein wird und daher mindeſtens einen Sommer beanſprucht. Das Studium findet ſeinen Abſchluß mit der Promotion; als Ergänzung kann bei der Preußiſchen Geo⸗ logiſchen Landesanſtalt(bzw. bei der zukünftigen Veichsanſtalt)

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