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Das Studium an der Ludwigs-Universität in Gießen an der Lahn / herausgegeben im Auftrage der Stadt Gießen ; zusammengestellt von Hans Fritz Schuster, Gießen ; Bilder von Winterhoff und Bürck
Entstehung
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Das Studium der Landwirtſchaft.

Im dritten Jahr der nationalſozialiſtiſchen Aufbauarbeit iſt der Ausbildungsgang des Diplomlandwirts durch die zuſtändigen Stel⸗ len, Reichsminiſterium für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volks⸗ bildung und dem Reichsnährſtand, in ſeinem wiſſenſchaftlichen und praktiſchen Teil grundſätzlich neu geſtaltet worden. Die Idee von Blut und Boden hat dem Werdegang des Diplomlandwirts einen neuen Inhalt und eine neue Fielſetzung gegeben. An die Spitze einer gediegenen, praktiſchen Ausbildung, der Aneignung eines hohen Maßes von fachlich⸗praktiſchem Können, einer breiten allgemeinen Wiſſensgrundlage iſt die Pflicht eines bedingungs⸗ loſen Einſatzes für die geſamtpolitiſchen und wirtſchaftspolitiſchen Aufgaben des Reichsnährſtandes getreten. Dieſe politiſche Ziel⸗ ſetzung der Berufsausbildung erfordert Menſchen, die ſelbſt mit beiden Füßen im Bauerntum ſtehen. Der Diplomlandwirt muß her⸗ zens⸗ und blutmäßig dem Bauer verbunden ſein, muß denken und fühlen, wie der Bauer denkt und fühlt. Die praktiſche Lehrzeit er⸗ fordert ernſte bäuerliche Menſchen mit geſundem Körper, die allen Anſtrengungen eines wenigſtens vierzehnſtündigen Arbeitstages ge⸗ wachſen ſind. Praxis von der Pike auf iſt notwendig. Die Kunſt der Menſchenbehandlung, die vielen, täglich durchzudenkenden Einzel⸗ heiten erfordern gefeſtigte Menſchen mit klarem Kopf. Die ſeltene Gabe, in jungen Jahren ſowohl Vorgeſetzter als auch Untergebener ſein zu können, verlangt Charakter, kameradſchaftliches Empfinden und Haltung. Die täglich ſchwere Pflichterfüllung zwingt den jungen Menſchen, auf vieles zu verzichten, was in anderen akade⸗ miſchen Berufen in dieſen Jahren an Annehmlichkeiten zur Ver⸗ fügung ſteht. Das Studium der Landwirtſchaft ſoll nur der er⸗ greifen, den es aus eigenem innerem Empfinden heraus dazu treibt.

Die Neuformung der Landwirtſchaft als eines politiſch und wirtſchaftlich tragenden Arbeitszweiges im Volke hat dazu ge⸗ führt, daß auch ihr Studium an den Univerſitäten in der Breite und Tiefe der von ihr umſchloſſenen Einzelgebiete gegenüber früher einen grundſätzlichen Wandel erfahren hat. Dementſprechend werden an den Studierenden der Landwirtſchaft heute beträchtlich höhere Anforderungen geſtellt, da er eben als Student keine privatwirt⸗ ſchaftliche Tätigkeit ausübt, ſondern Pflichten von hohem Ernſt für die Geſamtheit übernimmt. So ſind nach einer mehrjährigen prak⸗ tiſchen Durchbildung gründliche Kenntniſſe in Biologie, Vererbungs⸗

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