kleinen Univerſität, wie Gießen, ſo recht aus. Vielleicht empfindet es der einzelne zuerſt als unangenehm, wenn er beim Praktizieren in den Kliniken ſo oft„drankommt“, aber ſehr ſchnell ſieht er dann auch ein, daß man gerade dadurch viel lernen kann. Denn ebenſo wichtig wie die Aneignung theoretiſchen Wiſſens iſt für den Medi⸗ zinſtudenten, daß er frühzeitig lernt mit kranken Menſchen umzugehen und ſie richtig zu behandeln. Zudem ſind an den Kliniken und Inſtituten, die alle gut eingerichtet ſind, hervorragende Lehrkräfte tätig.
Die Abſchlußprüfung, das mediziniſche Staatsexamen, iſt, wie auch die beiden Vorprüfungen, eine Reichsprüfung. Sie dauert in Gießen etwa s— z0 Wochen. Die einzelnen Prüfungsfächer ſind: Pathologiſche Anatomie und allgemeine Pathologie . Topographiſche Anatomie . Pathologiſche Phyſiologie Pharmakologie . Innere Medizin . Chirurgie . Geburtshilfe und Frauenheilkunde . Augenheilkunde . Ohren⸗, Hals⸗ und Naſenkrankheiten . Kinderheilkunde . Haut⸗ und Geſchlechtskrankheiten . Nervenheilkunde
15. Hygiene
14. Gerichtliche Medizin
15. Raſſenhygiene und Bevölkerungspolitik 16. Orthopädie.
Sofort nach vollſtändig beſtandenem Staatsexamen tritt der RKan⸗ didat in das praktiſche Jahr ein, nach deſſen Ablauf ihm die ärztliche Approbation erteilt wird.
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Das veterinärmediziniſche Studium.
In Gießen iſt das Studium der Tiermedizin bereits ſeit Einfüh⸗ rung ſolchen Unterrichts vor mehr als einem Jahrhundert an der Univerſität gepflegt worden, woraus ſich die engen Verbindungen zwiſchen Veterinärmedizin und Naturwiſſenſchaften wie Medizin in unterrichtlichen und ſtudentiſchen Beziehungen ergeben. Werden doch die naturwiſſenſchaftlichen Jächer mit Naturwiſſenſchaftlern und
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