Herr Kanzler! Meine hochgeehrten Gäste! Verehrte Corpsschwestern! Liebe Corpsbrüder!
Kreuze im Osten, Kreuze im Westen, Von unserem Volke die Allerbesten, Ruhen im fernen Land!
Wir grüßen Euch, Ihr zwei Millionen deutscher Brüder, die Ihr an allen Fronten des großen Krieges Blut und Leben für das Vaterland dahingegeben habt.
Wir grüßen Euch, Ihr vielen hundert politischen Soldaten des Dritten Reiches, die Ihr im Kampf um ein neues Deutsch- land, das Ihr nicht mehr schauen durftet, freudig in den Tod gegangen seid.
Wir grüßen in Sonderheit heute am 120. Gedenktage der Gründung unseres Corps Euch 33 liebe, treue Corpsbrüder, die Ihr durch die Tat bewiesen habt, daß Hassias Söhne für die ldeale ihres Corps nicht nur zu leben, sondern auch für das Vaterland zu sterben verstanden haben, 33 frohe, frische, lebens- starke Hessen, vom Jüngling, kaum der Schulbank entwachsen, bis zum gereiften Manne, aber alle durchglüht von dem heiligen Treugelöbnis, das uns so oft mit ihnen auf feierlichen Kommersen in der Stunde des Landesvaters auf den Lippen brannte:
Sterben gern zu jeder Stunde, Achten nicht der Todeswunde, Wenn's das Vaterland gebeut!
lch sehe sie im Geiste alle in langer, langer Reihe an mir vorüberziehen, das schwarz-weiß-rote Band unter dem feldgrauen Rock, an ihrer Spitze einen unserer Allerbesten, unseren lieben, unvergeßlichen Alex Bopp, der als Erster aus unseren Reihen schon am 14. August 1914 seine heiße Liebe zu Volk und Vater- land mit dem Herzblute besiegelte. Schneidig, wie er im Leben war, so ist er auch in den Tod gegangen. Als Rittmeister der Reserve und Ordonnanzoffizier der 5. Kavallerie-Division stieß er, in frischem, fröhlichem Reitergeiste seiner Truppe weit vor— auseilend, überraschend mit französischer Infanterie zusammen.


