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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt / von Erich Opitz
Entstehung
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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt. 37

Wünschen mit großer Freundlichkeit und Bereitwilligkeit gewidmet haben, eine genaue Begutachtung des Falles geben. Bei inaktiven Prozessen von nicht zu großer Ausdehnung wird zunächst abge- wartet und der Einfluß der Schwangerschaft auf die Tuberkulose beobachtet. Handelt es sich jedoch um aktive Prozesse oder Frauen, die fiebern, oder bei denen die Beobachtung eine Verschlechterung des Zustandes trotz Fehlens aktiver Prozesse ersichtlich macht, so wird die Schwangerschaft in den ersten 6 Monaten der Schwanger- schaft unterbrochen. Die Art des Vorgehens wird abhängig gemacht von der Ausdehnung des Befundes. Ist nach dem Urteil der Inter- nisten eine Heilung stark gefährdet durch das etwaige Auftreten neuer Schwangerschaften und erscheint es aussichtslos, daß der tuberkulöse Prozeß in mehr oder weniger kurzer Zeit zur Aus- heilung zu bringen ist, so nehmen wir gleichzeitig die Sterilisie- rung vor.

Wir haben dazu, um gleichzeitig die Menstruation auszu- schalten, im allgemeinen die supravaginale Amputation des Uterus per laparotomiam gewählt und nur 2mal dieselbe Operation nach Rieck auf vaginalem Wege ausgeführt. Das vaginale Vorgehen scheint uns nicht den geringsten Vorzug vor dem abdominalen zu verdienen. Im Gegenteil. Der Zweck des Verfahrens ist, den augen- scheinlich schädlichen Einfluß der Rückbildungsvorgänge im Wochen- bett auf den tuberkulösen Prozeß und die spätere Menstruation aus- zuschalten. Dagegen erhalten wir den Frauen die Ovarien. Die Operation wird im Skopolamin-Dämmerschlaf und in Lumbalanästhesie ausgeführt. Allmählich haben wir die Technik dabei so vereinfacht, daß die Operation in kurzer Zeit zu erledigen ist. Die letzte Operation der Art hat vom ersten Schnitt bis zur Anlegung der letzten Hautklammer nur 14 Minuten in Anspruch genommen, trotz- dem sorgfältigste Blutstillung und Peritonealisierung des Wund- gebietes durchgeführt werden. Die Operation ist kurz folgende:

Längsschnitt nach Lennander. Vorziehen des Uterus. An- setzen zweier Quetschklemmen zwischen Ovarien und Uterus. Jeder- seits Anlegen je einer Unterbindung in der Quetschfurche und Durchtrennung des Unterbundenen. Durchtrennung des Peritoneums oberhalb der Blase. Abschieben der Blase bis an die Cervix. Isolierte Unterstechung der uterinen Gefäße beiderseits. Absetzen des Uterus etwa in der Mitte der Cervix. Versorgen des Cervix- stumpfes durch 3— 4 Knopfnähte, fortlaufende Naht des Peri-