26 Erich Opitz.
wenn der Credésche Handgriff ohne Narkose nicht Erfolg hat, ihn erst noch einmal in Narkose zu wiederholen, ehe die Ausräumung der Placenta mit der Hand vorgenommen wird. Wenn trotz ein- wandsfreier Geburtsleitung und dieser Vorschrift 34 manuelle Placenta- lösungen notwendig wurden, so ist das nur ein Zeichen für die Art unseres Materials, das viele Frauen enthält, die wegen Blutungen in der Nachgeburtszeit bei vorangegangenen Entbindungen die Hilfe der Klinik in Anspruch nehmen.
Bei den Perforationen handelt es sich ausschließlich um abgestorbene Kinder. Die Perforation des lebenden Kindes wird bei uns niemals ausgeführt. Wir sind heute in der Lage, mit Hilfe des suprasymphysären Kaiserschnittes oder auch vielleicht mit der Beckenspaltung diesen Eingriff vollständig zu ver- meiden.
Den Fällen von Placenta praevia möchte ich noch einige Worte widmen. Es sind bei uns im ganzen 29 Fälle in der Be- richtszeit beobachtet worden mit zwei Todesfällen der Mütter an Verblutung, die mit Metreuryse und nachfolgender Wendung be- handelt worden sind. Im übrigen war die Behandlung folgende:
Zwei Geburten sind spontan ohne jeden Eingriff erledigt wor- den, von diesen war das eine Kind bei Einlieferung der Frau bereits abgestorben, das andere Kind ist lebend geboren worden. In einem weiteren Fall ist nur die Steißlagenextraktion bei totem Kind aus- geführt worden. In 2 Fällen genügte die Blasensprengung. Das eine Kind wurde lebend, das andere tot, beide spontan geboren. Die größte Anzahl von Fällen, und zwar 17, ist mit Metreuryse und Wendung behandelt worden. Unter diesen waren 3 Füälle von Placenta praevia centralis. Zwei von diesen Müttern erlagen der starken Blutung. Zwei der Kinder waren schon vor der Ent- bindung abgestorben. Fünf Kinder sind tot und neun lebend ge- boren worden. Eines der letzteren stellte sich nach Ausstoßung des Metreurynters mit dem Kopf ein, wurde schnell ins Becken getrieben und dann mit der Zange entwickelt. Dreimal haben wir die kombinierte Wendung nach Braxton-Hicks angewendet, und zwar einmal bei vorher schon abgestorbenem Kinde, zweimal starb das Kind im Laufe der Geburt ab. Ein Kind konnte bei vollständig erweitertem Muttermund durch Wendung und Extraktion lebend ge- boren werden. Dreimal schließlich haben wir den cervikalen Kaiser- schnitt angewandt, einmal bei Placenta praevia centralis und zweimal


