Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt. 17
Für Röntgen- und Radiumbehandlung sind vorläufig drei Räume der Frauenklinik bereitgestellt. Diese in einem Flügel gegen die andere Klinik abgegrenzte Abteilung führt vorläufig den Namen„Hessische Strahlenheilstätte“ und steht nicht nur den Kranken der Frauen- klinik, sondern auch denen anderer Kliniken zur Verfügung. Die Kranken werden von den Kliniken der Strahlenheilstätte zur Be- handlung überwiesen, können aber auch nach den Wünschen der behandelnden Aerzte von diesen selbst in der Strahlenheilstätte be- handelt werden. Die räumliche Vereinigung der Strahlenheilstätte mit der Frauenklinik ist äußerlichen Umständen zuzuschreiben, in- dem nämlich der Leiter der Klinik zugleich Vorsitzender des Hessi- schen Landesvereins für Krebsforschung und Vorstand der Hessischen Strahlenheilstätte ist. Es wird von der weiteren Entwicklung ab- hängen, ob diese räumliche Vereinigung erhalten bleibt oder auf- gehoben wird. Bei der beträchtlichen Inanspruchnahme der Strahlen- heilstätte, die eine weitere Zunahme erwarten läßt, dürfte es in Kürze notwendig sein, zu einer Trennung zu schreiten.
Zu wissenschaftlichen Untersuchungen steht ein großes La- boratorium mit einem Nebenraum zur Verfügung. Es sind alle Einrichtungen vorhanden, um histologische, serologische und bakterio- logische Untersuchungen einfacher Art, wie sie für den Klinik- betrieb notwendig sind, auszuführen. Auch sind wir in den Besitz eines Polarimeters gelangt, der es ermöglicht, die Abderhalden- schen Untersuchungen auf eine breitere Grundlage zu stellen, während es bisher nur möglich war, das Dialysierverfahren anzuwenden.
Die Wohnräume für Assistenten, Schwestern, Hebammen und die Schülerinnen sowie für die Hausschwangeren sind zum größten Teile im Obergeschoß gelegen, zum Teil zwischen den Kranken- zimmern im Hauptbau verteilt. Als Direktorwohnung dient ein be- sonderes Wohnhaus auf dem gleichen Grundstück wie die Klinik im eigenen Garten.
Die Verteilung der Hilfskräfte ist folgende:
Der Oberarzt der Klinik ist zugleich Assistenzarzt für die Privatstation und hat die gynäkologische Poliklinik zu besorgen. Je ein Assistenzarzt ist vorhanden für die aseptisch-operative, für die konservative, für die septische Station und für das Laboratorium, sowie für die geburtshilfliche Station. Außerdem werden regelmäßig in der Klinik Medizinalpraktikanten beschäftigt, die auf der geburts- hilflichen, operativen und der septischen Station den Assistenzarzt
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