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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt / von Erich Opitz
Entstehung
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Die Gießener Universitäts-Frauenklinik einst und jetzt.

Von

Erich Opitz.

Die großen kriegerischen Ereignisse des Jahres 1813 ver- hinderten mit die rechtzeitige Eröffnung der fast völlig fertiggestellten Frauenklinik, so daß dieselbe erst am 15. November 1814 ihrer Be- stimmung zugeführt werden konnte.

Und jetzt feierte am 15. November 1914 dieselbe Klinik ihr hundertjähriges Jubiläum im Zeichen des ungeheuren Völkerringens, dessen Zeugen wir alle sind. Als eine Festgabe zur geplanten Jahrhundertfeier sollten die vorliegenden Arbeiten erscheinen. Die Stillegung so vieler wissenschaftlicher Zeitschriften hat nun das Erscheinen der Festschrift fast um ein Jahr verzögert sicherlich nicht zum Vorteil mancher Arbeit, die aktuellere Fragen behandelt. Mögen gleichwohl die folgenden Blätter Zeugnis ablegen von Ge- schaffenem und Erstrebtem, Zeugnis vor allem, daß wir alle bestrebt sind, den von meinen Vorgängern begründeten Ruf der Gießener Frauenklinik sowohl als einer Zuflucht der Gebärenden, als Heilstätte kranker Frauen, als Lehranstalt für Studenten und Hebammen, wie endlich als einer Stätte wissenschaftlicher Arbeit zu erhalten und womöglich zu mehren.

Hinter der Zeughauskaserne, mitten im botanischen Garten, stand einst die alte Entbindungsanstalt, bekannt unter dem Namen desAccoucheurhauses, den der Volksmund inEngagierhaus umgewandelt hatte. Das Gebäude steht, nur wenig verändert, noch heute und dient als physiologisches Institut. Die einstige Abge- schiedenheit freilich ist mit der Durchführung der Senkenbergstraße durch den botanischen Garten geschwunden, so daß das alte Gebäude heute dicht an der Straße liegt.