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Das Studium in Gießen / zusammengestellt von Hans Fritz Schuster ; herausgegeben im Auftrage der Stadt Gießen und des Verkehrsverein Gießen
Entstehung
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um die wenigen Referate und die seltenen Möglichkeiten mitzuarbeiten, was den älteren Kommilitonen garnicht zum Kameraden des jungen Semesters werden lähßt.

Die Sprechstunden der Dozenten in der großstädtischen Universität bilden ein Kapitel für sich. Der Dozent kann dort die große Zahl seiner Höhrer nicht mehr übersehen, nur in seltenen Fällen und und nur zu dem einen oder anderen wird sich ein persönlicheres Verhältnis entwidkeln. Die Inanspruchnahme des Dozenten durch eigene wissenschaftliche Arbeiten, durch unvermeidliche Verwaltungs⸗ geschäfte, durch die großen Entfernungen und die damit verbundenen Zeitverluste, die Unrast, die Prüfungen, Sitzungen in Ausschüssen und Kommissionen all dies und noch manch anderes bildet eine so starke Belastung, daß überall mit der Zeit gegeizt werden muß. Nicht selten sieht man in der großstädtischen Universität die Studenten vor der Sprechzimmertür ihres Professors Schlange stehen, die meisten Studenten betreten das Sprechzimmer wie eine Telefonzelle, über deren Tür steht: Passe Dich kurz! Die Xussprachen werden daher fast geschäftlich und auf das kleinste Maß zusammengedrängt. Die Zeiten, in denen sich der Xnfänger von seinem Professor noch persönlich beraten lſieß, scheinen längst vorüber zu sein. So wenigstens empfindet der Student in der Großstadt. Sieht man aber einmal etwa das Gießener Vorlesungsverzeichnis gerade auf die Sprechzeiten der Dozenten durch, so findet man in 90% der Fälle die Sprech⸗ stundenangabe: Nach den Vorlesungen! oder: Nach den Vorlesungen und Ubungen!, d. h. der Student kann fast zwanglos so oft er es für nötig hält, ohne vom Nachkommenden gedrängt zu werden, seinen Professor erreichen und ihn sprechen, ohne daß die feierliche Kühle des Sprechzimmers eine unübersteigbare Schranke aufrichtet. Für den Dozenten der kleinstädtischen Universität sind eben seine Studenten noch wichtiger als seine Bücher, wie einmal Felix Dahn scherzhaft in seinen Lebenserinnerungen sagt.

In der kleinstädtischen Universität gibt es daher nicht den kõörperlichen und seelischen Leerlauf, der jedem gesunden jungen Menschen mit unverdorbenem Empfinden die Großstadt schnell verleiden muß. Die kleinstädtische Universität erleichtert dem Studenten die XNusnutzung ihrer Institute, Laboratorien, Seminare, Bibſiotheken, der Student

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