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XXXIV.
Meine Muſ' iſt gegangen in des Schenken ſein Haus, hat IA die Schürz' umgebunden und will nicht heraus; will Kell— nerin werden, will ſchenken den Wein, da ſteht ſie am Tore und winkt mir herein.
2. Und über ihrem Haupte da ſpielet die Luft mit grünenden Zweigen und würzigem Duft' Seht, wie ſie ſich drehet ſo flink, ſo gewandt, die Kann' unterm Arme, das Glas in der Hand!
3.„Herein, lieber Zecher, ich ſchenke dir Wein, ich ſchenke dir Lieder noch obendrein. Nun mußt du hübſch bleiben im Wirts⸗ haus bei mir, ich geb' freie Zeche und freies Quartier!“
4.„Drum locke mich nimmer hinaus in den Hain, zu ein— ſamen Klagen ob ſehnlicher Pein! Hier unter den Zweigen vor unſerem Haus, da ſchlafen die Leiden gar luſtig ſich aus!“
5.„Auch laß uns nicht ſchweifen umher in der Welt, einen Helden zu ſuchen, der allen gefällt! Gar lang ſind die Wege, gar kurz iſt die Zeit und auf den Karpathen ſind die Wege beſchneit“.
6. So ließ ſie ſich hören, wer hielte das aus? Flugs bin ich geſprungen ihr nach in das Haus. Nun ſchenke mir Lieder und ſchenke mir Wein und rufe mir frohe Geſellen herein!
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XXXV. A“* den Rhein, an den Rhein, zieh' nicht an den Rhein, mein 81 Sohn, ich rate dir gut; da geht dir das Leben zu lieblich ein, da blüht dir zu freudiger Mut!
2. Siehſt du die Mädchen ſo frank und die Männer ſo frei, als wär' es ein adlig Geſchlecht, gleich biſt du mit glühender Seele dabei, ſo dünkt es dich billig und recht.
3. Und zu Schiffe, wie grüßen die Burgen ſo ſchön und die Stadt mit dem ewigen Dom! In den Bergen, wie klimmſt du zu ſchwindelnden Höh'n und blickeſt hinab in den Strom!
4. Und im Strome da tauchet die Nix' aus dem Grund und haſt du ihr Lächeln geſeh'n, und ſang dir die Lurlei mit bleichem Mund, mein Sohn, ſo iſt es geſcheh'n.
5. Dich bezaubert der Laut, dich betört der Schein, Entzücken faßt dich und Graus. Nun ſingſt du immer:„Am Rhein, am Rhein!“ und kehrſt nicht wieder nach Haus.
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