XXX. Deinen Tropfen im Becher mehr und der Beutel ſchlaff und leer, lechzend Herz und Zunge.— Angetan hat's mir dein
Wein, deiner Auglein heller Schein,:„ Lindenwirtin, du junge.:„
2.„Angekreidet wird hier nicht, weil's an Kreide uns gebricht“, lacht die Wirtin heiter.„Haſt du keinen Heller mehr, gib zum Pfand dein Ränzel her,„„õ aber trinke weiter“.„
3. Tauſcht der Burſch ſein Ränzel ein gegen einen Krug voll Wein, tät zum Geh'n ſich wenden. Spricht die Wirtin:„Junges Blut, haſt ja Mantel, Stab und Hut,„ trink und laß dich pfänden“.„
1. Da vertrank der Wanderknab' Mantel, Hut und Wander⸗ ſtab, ſprach betrübt:„Ich ſcheide. Fahre wohl, du kühler Trank, Lindenwirtin, jung und ſchlank,„ liebliche Augenweide!:„
5. Spricht zu ihm das ſchöne Weib:„Haſt ja noch ein Herz im Leib, laß mir's, trauter Wand'rer!“ Was geſchah, ich tu's euch kund, auf der Wirtin rotem Mund, brannte heiß ein andrer.„
6. Der dies neue Lied erdacht, ſang's in einer Sommernacht luſtig in die Winde; vor ihm ſtand ein volles Glas, neben ihm Frau Wirtin ſaß unter der blühenden Linde.
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XXXI.
Beim Roſenwirt am Grabentor, des Abends um halb ſechs, D. den Hammer ſchwingt der Wirt empor und ſchlägt den Zapfen ex! Das ſchlurrt und glurrt aus feuchter Nacht vom Spundloch in die Kann', ei ſeht, wie's Antlitz jedem lacht, jed— wedem Zechersmann.„„Bierlein rinn, Bierlein rinn! Was nutzen mir die Kreuzerlein, wenn ich geſtorben bin!“„
2. Beim Roſenwirt im Stübel drin, da ſitzt ein junges Blut, die ſchmucke, ſchlanke Kellnerin war ihm noch geſtern gut; doch heute iſt ſie durchgebrannt, fahr' wohl, du falſche He;y! Der Burſch' kehrt ſein Geſicht zur Wand und ſummt um halber ſechs:„ Bierlein rinn ⸗c.„
3. Beim Roſenwirt am Eichentiſch da thront ein braver Greis, die Wangen rot, die Augen friſch, die Haare ſilberweiß. Schlug ihm gleich manchen großen Plan das Schickſal ſchnöd' entzwei, um halber ſechs ſchlägt auch wer an, der alte brummt dabei: „ Bierlein rinn aC.„
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