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Festlieder zum 25jährigen Stiftungsfest der Verbindung katholischer deutscher Studenten "Hasso-Rhenania" in Gießen : 17. bis 20. Juni 1908
Entstehung
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3. Die Zeit iſt ſchlecht, mit Sorgen trägt ſich ſchon das junge Blut; doch wo ein Herz voll Freude ſchlägt, da iſt die Zeit noch gut. Herein, herein, du lieber Gaſt, du, Freude, komm zum Mahl, würz' uns, was du beſcheret haſt, kredenze den Pokal!

4. Weg, Grillen, wie's in Zukunft geht und wer den Szepter führt! Das Glück auf einer Kugel ſteht und wunderbar regiert. Die Krone nehme Bacchus hin, nur der ſoll König ſein! Und Freude ſei die Königin, die Reſidenz am Rhein!

5. Beim großen Faß zu Heidelberg, da ſitze der Senat und auf dem Schloß Johannisberg der hochwohlweiſe Rat! Der Herrn Miniſter Regiment ſoll beim Burgunderwein, der Kriegs rat und das Parlament ſoll beim Champagner ſein!

6. So ſind die Rollen ausgeteilt und alles wohlbeſtellt; ſo wird die kranke Zeit geheilt und jung die alte Welt. Der Traube Saft kühlt heiße Glut, drum leb' das neue Reich, ein Zecher mut, ein wahrer Mut: Der Wein macht alles gleich.

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Wos ſchiert mich Reich und Kaiſerprunk mit all den böſen Plagen, will mir viel beſſer doch ein Trunk in Ruhe hier behagen! So ſprach der Kaiſer Wenzeslaus und trank den vollen Humpen aus, beim Königſtuhl zu Rhenſe.

2. Drauf Kurfürſt Rupprecht von der Pfalz hub an:Mein Herr und Kaiſer, ihr ſprecht allda mit vielem Stolz vom roten Aßmannshäuſer. Doch glaubt mir's, ich bericht s Euch recht: Auch Bacharacher ſchmeckt nicht ſchlecht beim Königsſtuhl zu Rhenſe.

3. Und als der Kaiſer Wenzel das und all' die Herrn ver⸗ nommen, da ließen ſie von dort ein Faß des edlen Weines kommen; und ſetzten ſich früh Tages dran und ſchenkten ein und ſtießen an beim Königsſtuhl zu Rhenſe.

4. Der Kaiſer ſprach:Der Wein ſchmeckt mir, das ſag' ich ohn' Bedenken, und wer des edlen Weines hier genug mir wollte ſchenken, dem gäb' ich meine Kron' zum Dank! Er ſprach es, ſchwieg und trank und trank beim Königſtuhl zu Rhenſe.

5.Wohlan, den Handel geh' ich ein! ſprach Rupprecht mit Behagen.Ich will ſtatt Euer Kaiſer ſein und Eure Krone tragen. Vier Fuder, denk ich, ſind genung, die dienen Euch der⸗ weil zum Trunk beim Königsſtuhl zu Rhenſe.

6.Nimm Szepter, Hermelin und Kron', nimm alles, was ich trage; doch quält dich Zwietracht einſt und Hohn, ſo denk' an mich und ſage: Der Wein iſt mehr als Kronen wert, das hat ein Kaiſer mich gelehrt beim Königsſtuhl zu Rhenſe.