XV.
§) wonnevolle Jugendzeit mit Freuden ohne Ende, mit Minne⸗ — fahrten weit und breit, wo ſich die Schönſte fände. Ich grüße dich, du junges Blut, bin jedem hübſchen Weibe gut, und doch iſt nichts aequalis der filia hospitalis, und doch iſt nichts aequalis, der filia hospitalis.
2. Ich kam als kraſſer Fuchs hierher und ſpähte in den Gaſſen, wo mir ein Bett und Zimmer wär, den langen Leib zu faſſen. Fand Sofa nicht, noch Stiefelknecht, und doch war mir die Bude recht,:„ denn keine iſt aequalis der filia hospitalis.
3. Sie iſt ein gar zu herzig Kind mit ihren blonden Zöpfen, die Füßchen laufen wie der Wind, im Schuh mit Quaſt und Knöpfen; die Schürze bauſcht ſich auf der Bruſt, allwo ich ſchau, iſt eitel Luſt, und keine iſt aequalis der filia hospitalis.
4. Im Haus herrſcht ſie als guter Geiſt und zeigt's an jedem erſten: Der einz'ge Schüler war verreiſt, die Kaſſe mir am leerſten. Da wurd' ihr Wort mir Schutz und Schild und ſtimmte den Philiſter mild; drum iſt auch nichts aequalis der filia hospitalis.
5. Vier Mieter hat ſie: der Juriſt beſucht nur feine Kreiſe, der Mediziner iſt kein Chriſt, der Theolog zu weiſe.— Doch mir, mir, dem Philologus, gab ſie in Züchten einen Kuß, und keine iſt aequelis der filia hospitalis.
6. Auf eines hält ſie ſcharfe acht und läßt nicht mit ſich ſpaſſen, wer je der Magd den Hof gemacht, würd' nimmer ihr mehr paſſen. Zwar das Mamſellchen am Büffett iſt höchſt pikant und äußerſt nett— und dennoch nicht aequalis der filia hospitalis.
7. Du rheiniſch Mädchen, wüßt' ich doch, was Gott mit uns beſchloſſen?— Ich ſchanz' mir in den Kopf ein Loch und ochſe unverdroſſen. Und wärſt du mir auch nie beſchert, zeitlebens bleibſt du hochgeehrt, weil keine dir aequalis, dir, filia hospitalis.
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Preisgedicht von Otto Kamp.
XVI. Mel.:„Es ritten drei Reiter zum Tor hinaus“. Meim Weidig da ſaßen der Alten einſt drei— beim Bier!
Und als noch ein flotter Student kam herbei— warn's vier! Vom Wetter, vom Kriege und von Politik, da reden und raten ſie mit viel Geſchick, juchhe, juchhe, juchhe! Entſcheiden hier Wohl und Weh'.


