Druckschrift 
Tierzucht-Institut der Universität Gießen Oberer Hardthof : Direktor: Prof. Dr. H. Kraemer, Assistenten: Dr. H. Lang und Dr. U. Wetzel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

umfaßte im Jahre 1927 zu Beginn 8 Kühe und Rinder und 16 Schweine. Im Jahre 1928 umfaßte der ganze Beſtand 13 Kühe, 4 Kälber, 1 Bullen und 34 Schweine verſchiedenen Alters. Im Lau⸗ fe des Sommers 1927 kamen noch 4 Stück Rindvieh hinzu, die aus den Zuchtgebieten für den Raſſeſtall angekauft wurden.

Das Rindoieh bleibt ſolang auf jeder Koppel als der Milch⸗ ertrag nicht ſinkt. Das Umtreiben wird alſo durch den Verlauf der Milchkurve beſtimmt, mit dem Ziel, die Milchleiſtung möglichſt gleich⸗ mäßig zu halten. Die anfangs geringe Stückzahl ermöglichte im Jahre 1927 von 5 Koppeln auf der Rindviehweide 2 zu mähen. Hierdurch wurde erreicht, daß ſich die Futterverteilung für den ver⸗ gvyößerten Beſtand günſtiger geſtaltete. Im allgemeinen erfolgte das Umtreiben alle 8 Tage, ſodaß das Vieh im Anfang alle 3 und ſpäter alle 5 Wochen auf dieſelbe Koppel getrieben wurde. Zur Ver⸗ meidung von Geilſtellen wurden im erſten Weidejahr die Kuhfladen allwöchentlich einmal mit dem Rechen ausgebreitet. Neuerdings wird hierzu der FladenverteilerFella benützt(hergeſtellt von der Bay⸗ riſchen Eggenfabrik in Feucht bei Nürnberg). Nach dem Abtrieb wer⸗ den die Koppeln ſofort nachgemäht, um Samenbildung, Verunkrau⸗ tung und Geilſtellenbildung hintanzuhalten. Gegebenenfalls werden die abgemähten Rückſtände mit dem Schwadenrechen zuſammengerecht und kompoſtiert. Nach dieſen Arbeiten erfolgt das Aufbringen des Stickſtoffdüngers.

Die Stickſtoffdüngung betrug im Jahre 1927 ca. 30 Pfd. Harnſtoff pro ½¼ ha nach jedem Abweiden, alſo im ganzen ca. 180 Pfd. Harnſtoff pro ½¼ ha.(Eine verhältnismäßig ſtarke, aber infolge des flachgründigen und nährſtoffarmen Bodens nötige Stick⸗ ſtoffmenge.)

Im Jahre 1928 wurde auf den Rindviehweiden ein Stickſtoff⸗ Düngungsverſuch durchgeführt. Die Düngung geht aus dem ſpäter folgenden Verſuchsplan hervor.

Nach dem Abweiden und dem Aufbringen des Düngers wurde die Koppel mit der Lanninger Beregnungsanlage be⸗ regnet.

Die Regenmenge wird je nach Bedarf feſtgeſetzt, durchſchnittlich beträgt ſie 20 mm. Die Veregnungsanlage umfaßt im ganzen 320 m fliegende Feldleitung. Davon ſind 200 m Stahlröhren, 120 m Alu⸗ miniumröhren zu je 6,50 m Länge. Die Leitung iſt an ein Stand⸗ rohr in der Mitte der einen Längsſeite der Weiden anſchließbar. Es wird mit 14 Quadratdüſen beregnet, die eine Streuweite von je 12 m im Quadrat haben. Neuerdings findet auch eine Weit⸗ ſtrahldüſe des geichen Syſtems Verwendung. Das Umſtellen erfolgt durch einen Mann, was durch Verwendung von Leichtmetallröhren