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Die Prüfung von Ställen und Stalleinrichtungen ſowie der für die Tierzucht erforderlichen Geräte uſw. auf ihre Zweckmäßigkeit gibt durch Verwendung des Gutbefundenen Richtung und Beiſpiel.
Der beſonderen Bedeutung entſprechend, die der Grünlandbewe⸗ gung heute in der Landwirtſchaft zukommt, hat dieſe auch im Tier⸗ zuchtinſtitut einen gebührenden Platz gefunden. Nach neuzeitli⸗ chen Grundſätzen angelegte und bewirtſchaftete Weiden für Rindvieh, Schweine, Jungvieh und männliche Zucht⸗ tiere, die ſämtlich mit Schutzhütten und Tränken verſehen ſind und künſtlich beregnet werden, können als Beiſpiel einer vorbildlichen Grünlandwirtſchaft gelten.
Lage und Umfang der Wirtſchaft.
Das Tierzucht⸗Inſtitut wurde am 1. Oktober 1924 übernom⸗ men. Es liegt an der Straße nach Gleiberg, 2,5 km von Gießen entfernt, ca 200 m über NN. Der zugehörige Grund und Boden beträgt 57 Morgen und grenzt unmittelbar an die Hofgebäude an. Der größte Teil desſelben iſt als Weide nutzbar gemacht. Ein Gar⸗ ten von 3 Morgen Größe, der als Gärtnerei von dem früheren Beſitzer übernommen wurde, ſowie ein Wäldchen mit gemiſchtem Be⸗ ſtand vervollſtändigen den Beſitz.
Der Boden iſt das Verwitterungsprodukt einer ſchiefgeſtellten Grauwacke und beſteht aus lehmigem Sand, der flachgründig und vielfach mit Steinen durchſetzt iſt. Der Untergrund iſt ſehr durchläſſig.
An Gebäuden ſind vorhanden: das Wohnhaus mit der Wohnung des Direktors, des Gärtners, der Aſſiſtenten, ſowie mit Büro und dienſtlichen Nebenräumen. Außerdem befindet ſich noch auf dem Hof eine Wohnung für den Kutſcher und den Melker ſowie Wohnräume für Geflügelzuchtlehrlinge.
Der Rindviehraſſenſtall iſt ſo eingerichtet, daß er ei⸗ nen Kurzſtand auf der einen Seite(abgeänderte holländiſche Aufſtal⸗ lung) und auf der anderen Seite einen Langſtand enthält. Gülle⸗ gewinnung iſt möglich. Ferner iſt der Stall ausgeſtattet mit einem offenen und einem verſchließbaren Freßgitter, mit Selbſttränken auf der einen und durchgehender Tränke auf der anderen Seite. Freß⸗ käſten, die auf dem Futtertiſch aufſitzen, geſtatten individuelle Fütte⸗ rung. Auf der Seite des Langſtandes iſt eine Patentjaucherinne ein⸗ gebaut. Die nebenan befindliche Futtertenne hat einen Anſchluß für den fahrbaren Elektromotor, der als Antriebskraft für die dort un⸗ tergebrachte Rübenmühle, die Häckſelmaſchine und den Slkuchenbrecher benützt wird. An der Seitenwand des Kuhſtalles lehnt ſich der mit Einzelbuchten verſehene Kälberſtall an.


