Druckschrift 
Tierzucht-Institut der Universität Gießen Oberer Hardthof : Direktor: Prof. Dr. H. Kraemer, Assistenten: Dr. H. Lang und Dr. U. Wetzel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Im Jahre 1924 entſchloß ſich die Heſſiſche Regierung, dem Studium der Landwirtſchaft an der Univerſität Gießen beſſere Grund⸗ lagen zu ſchaffen. Es wurde der untere Hardthof als größeres Uni⸗ verſitäts⸗Verſuchsgut, der obere als Tierzucht⸗Inſtitut auf dem Wege der Pachtung von der Stadt Gießen erworben.

Urſprünglich war daran gedacht worden, auch auf dem oberen Hardthof einen eigenen, vielſeitigen Gutsbetrieb einzurichten, doch führ⸗ ten Sparſamkeitsrückſichten dazu, hier nur das unbedingt nötige Weidegelände zu ſchaffen. So iſt der Obere Hardthof eine kleine Weidewirtſchaft, mit vollkommener Unab⸗ hängigkeit vom landwirtſchaftlichen Inſtitut und vom unteren Hardthof, alſo mit völlig eigener Verwaltung durch den Direktorund die Aſſiſtenten.

Zweck des Inſtituts.

Das Tierzucht⸗Inſtitut dient als Glied der Univerſität zu Lehr⸗ und Forſchungszwecken auf dem für die Studierenden der Landwirt⸗ ſchaft und der Tierheilkunde ſo überaus wichtigen Gebiete der Tier⸗ zucht. Eine eigentliche Zucht wird betrieben mit Rindern, Schweinen und Geflügel verſchiedener Raſſen. Durch Abgabe hervorragender männlicher Zuchttiere an Gemeinden, Zuchtgenoſſenſchaften und Privat⸗ züchter ſoll der Stand der Tierzucht im Lande gefördert werden.

Die vorhandenen Tierbeſtände dienen außerdem als Demonſtra⸗ tionsmaterial bei prahktiſch⸗züchteriſchen Kurſen und Übungen in der Beurteilungslehre. Mit ihnen werden die Züchtungs⸗ und Vererbungs⸗ ſowie Fütterungsverſuche durchgeführt.

Ein Lehr⸗ und Beiſpielsbetrieb für Geflügelzucht im Rahmen des Inſtituts dient zur Hebung dieſes Zweiges der Tierzucht in Heſſen und übernimmt die ſeitens des Reiches eingeleiteten Förde⸗ rungsmaßnahmen auf dieſem Gebiete.