Denn ſchön iſt's für den Tapferen, im vorderſten Gliede zu fallen, Wenn er, den Seinen ein Hort, kämpft ſür den heimiſchen Herd; Nimmer im Dunkel erliſcht ſein Ruhm und geprieſener Name, Und der Begrabene lebt als ein Unſterblicher fort.
Der 22. Januar 1921 war ein Tag ernſten Gedenkens für das Kloſter; es wurde der Ehrenſchrein enthüllt, den die Kloſter⸗ brüder dem Andenken ihrer im großen Weltkrieg Gefallenen geweiht haben. Wenn auch die Taten unſerer Toten, ihr Opfer⸗ tod, in unſere der Lebenden Herzen feſter als in Erz eingegraben ſind, ſo galt es doch für alle Zeiten die Bilder und Namen dieſer Helden feſtzuhalten. Sie ſollen den jetzigen und kommen⸗ den Kloſtergeſchlechtern zurufen:„Wie wir getreu dem Vater⸗ land das Leben hingegeben, ſeid treu auch ihr! Aus ſeiner Schmach wird einſt es ſich erheben.“
In ſchlichter, aber würdiger Form iſt der Ehrenſchrein nach dem künſtleriſchen Entwurf des Gießener Architekten Hans Meyer in dunklem Eichenholz ausgeführt. Die Stirn⸗ leiſte trägt in gotiſchen Lettern die kurze ſtolze Inſchrift:
„Tapfer und treu.“ Ueber die Außenfüllungen der nach beiden Seiten ſich öffnenden, mit ſchweren Beſchlägen und erhaben geſchnitzten Randleiſten geſchnitzten Türflügel, die das Innere des Schreins verhüllen, ziehen ſich die Worte:
Unſere Helden 1914— 1918
Ihre Innenſeiten enthalten links den Spruch: „Ihr gabt Euer Leben dem Vaterland.“,
rechts:
„Das Kloſter trauert um Euch.“ In die Rückwand eingelaſſen, alſo nur bei geöffnetem Schrein ſichtbar, ſind die Bilder der gefallenen Kloſterbrüder in zwei Reihen untereinander geordnet. Umrahmt iſt der Schrein unten und ſeitwärts von einer geſchnitzten Zierleiſte aus ſtiliſierten Lorbeerblättern, in der Mitte und am Sockel der beiden ſäulen⸗ förmig auslaufenden Seitenrahmen von eiſernen Kreuzen unter⸗ brochen. Von oben endlich ſchlingt ſich um den ganzen Schrein ſeitwärts herabfallend eine aus gepreßtem Eichenlaub gewundene Guirlande, in der Mitte durch ein Band in den alten Reichs⸗ farben ſchwarz-⸗weiß⸗rot zuſammengehalten.
Am Tage des 49. Stiftungsfeſtes unſeres Kloſters wurde der Ehrenſchrein von A. H. Wiener der Aktivitas als ein treues Vermächtnis übergeben. A. H. Birnbaum widmete dann unſeren Toten tiefergreifende Worte treuen Gedankens und unauslöſch⸗


