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Der akademische Forstgarten bei Gießen als Demonstrations- und Versuchsfeld/ von Dr. Richard Heß, o. ö. Professor der Forstwissenschaft an der Großh. Hess. Ludwigsuniversität und Director des akademischen Forstinsituts
Entstehung
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und Verſchulungen, Jäten, Beſchneiden ¹) ꝛc. und ſonſtige Verſuche 2) verausgabt worden oder 9,90 M. jährlich pro 1 ar. Ein beträcht⸗ licher Teil des Aufwandes fällt auf das Jäten. Die Koſten hierfür haben im Durchſchnitt 48,80 M. jährlich betragen. Von den über⸗ flüſſigen Pflanzen kommt ein Teil zum Verkauf, ein anderer wird im Austauſch an benachbarte Oberförſtereien verabfolgt.

Im Winter 1887/88 fand die Erneuerung des Zaunes ſtatt, bei welcher Gelegenheit an der öſtlich befindlichen Umfriedigung zu Demonſtrationszwecken 5 neue Zaunarten(in einzelnen Fachen) hergeſtellt wurden, ſo daß die ganze Umfriedigung jetzt aus ſieben verſchiedenen Zaunarten ſich zuſammenſetzt. Dieſe ſind:

1.) Der Lattenzaun, mit 12 bis 13 horizontalen Latten

(liegender Lattenzaun).

2.) Der ſenkrechte Lattenzaun.

3.) Der Steckenzaun mit ausziehbaren Spindeln.

4.) Der Pfahlzaun.

5.) Der Rautenzaun.

6.) Der Flechtzaun mit ſenkrechter Flechtung(Spriegelzaun). 7.) Der Flechtzaun mit horizontaler Flechtung.

Die Flechtzäune dürften für die Umfriedigung von Forſt⸗ gärten ſchon wegen leichten Bezuges des hierzu erforderlichen Materiales (Durchforſtungshölzer) beſonders geeignet ſein.

Abteilung 3. 5,21 ar.

Künſtlicher Berg mit einem aus Eichenrundholz erbauten Tempel. 26 32 jährige Krummholzkiefern l(aus dem badiſchen Schwarzwalde) und 18 jährige Fichten; außerdem einige Eſchen und Zierſträucher in mit großen Steinen eingefaßten, unregelmäßigen Quartieren. Die Fichten ſind im November 1874 als 3 jährige Pflanzen eingebracht worden.

Kulturkoſten(für die Fichten): 8,69 M. oder 1,22 M. pro Hundert.

An einzelnen Kiefern iſt wiederholt der Kiefernblaſenroſt (Aecidium pini Pers.) in beiden Varietäten(var. corticola und acicola) aufgetreten. Die Eſchen ſind zum Teil von der Horniſſe geſchält. Im Herbſt 1889 wurde zu Gunſten der Krummholzkiefern eine Durchforſtung in die Fichten eingelegt und hierbei auch eine kleine Zahl von Eſchen ausgehauen. Hierbei ergaben ſich 1,10 fm. Reiſig. Am Fuße des Hügels ſteht in einem Rondel eine Roteiche.

¹1) Dr. Heß: Ueber den Einfluß des Wurzelbeſchnittes von Stieleichen auf das Längenwachsthum(Forſtwiſſenſchaftliches Centralblatt, 1882, S. 385).

²) Derſelbe: Notizen über das Verhältniß zwiſchen Volumen und Ge⸗ wicht der Stieleicheln(Centralblatt für das geſammte Forſtweſen, 1875, S. 365).

Heß, Forſtgarten, II. Aufl. 5