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Der akademische Forstgarten bei Gießen als Demonstrations- und Versuchsfeld/ von Dr. Richard Heß, o. ö. Professor der Forstwissenschaft an der Großh. Hess. Ludwigsuniversität und Director des akademischen Forstinsituts
Entstehung
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Einleitung.

Der akademiſche Forſtgarten zerfällt in einen dem Forſt inſtitute der Univerſität unterſtehenden größeren und in einen der forſtlichen Verſuchsanſtalt zu Gießen unterſtellten kleineren Teil. Da die geſchäftliche Leitung beider Inſtitute in einer Hand ſich befindet, iſt die einheitliche Verwaltung beider Teile gewahrt.

Der dem Forſtinſtitute unterſtellte Teil hat verſchiedene Aufgaben zu erfüllen. Seine Zwecke ſind:

1) das Demonſtrations⸗ und Verſuchsfeld für den forſtpraktiſchen Unterricht zu bilden;

2) den Studierenden Gelegenheit zu forſtbotaniſchen Studien über die einheimiſchen und eine Anzahl fremder Wald⸗ bäume zu geben, deren Naturaliſation man zur Zeit in Deutſchland in größerem Umfange betreibt;

3) den nötigen Pflanzenbedarf teils für den Garten ſelbſt und die in deſſen Umgebung mit den Studierenden auszuführenden Demonſtrations⸗Pflanzungen, teils für Wald⸗ und Gartenbeſitzer zu liefern, um hierdurch zur Herſtellung neuer Waldanlagen an⸗ zuregen;

4) die Obſtbaumzucht und die Anzucht ſeltener Holzgewächſe zu befördern;

5) für den im Garten wohnenden Aufſeher die zum Lebens⸗ unterhalte und zum Betriebe einer kleinen Viehzucht erforderlichen landwirtſchaftlichen Produkte zu erzeugen.

Mit dieſen verſchiedenen Zwecken hängt die Verſchiedenheit der Bewirtſchaftung des Gartens innig zuſammen.

In erſter Linie ſteht, wie bereits in der Vorrede hervorgehoben worden iſt, die forſtpädagogiſche Aufgabe. Um eine möglichſte Mannigfaltigkeit in bezug auf Holzarten, Holzartenmiſchung, Be⸗