Aber freilich ein neues Geſchlecht muß es ſein, das dieſe Zukunft bauen ſoll. Wir wollen, wenn wir von einem neuen reden, dies neue der Zukunft nicht mit dem alten der Vergangenheit vor dem Kriege vergleichen. Wer wagt noch Steine auf die Jugend zu werfen, die die Laſt und die Schrecken dieſes Krieges zu tragen, den tauſendfachen Tod dieſes Krieges zu ſterben wußte! Voll Ehr⸗ furcht gedenken wir des Geſchlechts, das mit dieſer Gegenwart ſeine geſchichtliche Leiſtung ohne Gleichen vollbracht und vollendet hat. Nichts von Vergleichen! Ein neues Geſchlecht, weil neue, unerhörte Aufgaben ſeiner warten. Weil auf ihm die Laſt liegen wird, die unſagbare Treue im kleinen zu üben, die der Neubau fordern wird, ihm es wird abverlangt werden, noch ungedachte Gedanken zu denken, ohne die die Neuordnung ſich nicht wird durchführen laſſen, ihm die Liebe zur Alltagspflicht werden wird, die die Wunden allein wird heilen können, die auf Jahrzehnte hinaus offen ſtehen werden. Sollen wir um dies neue Geſchlecht ſorgen? Es ſteht draußen an allen Fronten, es arbeitet daheim in allen Winkeln. And Gott wird mit ihm ſein. „Wir heißen euch hoffen“. Samuel Eck.
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Weihnachtsgruß der Universität Gießen an ihre Studenten im Felde / [Großherzogliche Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen; die Zeichnungen sind von Professor Otto Ubbelohde]
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