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Weihnachtsgruß der Universität Gießen an ihre Studenten im Felde / [Großherzogliche Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen; die Zeichnungen sind von Professor Otto Ubbelohde]
Entstehung
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Geographie und Weltpolitik.

re den vielen Schlagworten, mit denen die heutige Preſſe

aller Länder arbeitet, nimmt neben Militarismus, Imperialis⸗ mus, Demokratie, Freiheit der Meere, Mitteleuropa auch das Wort Weltpolitik eine hervorragende Stelle ein. In Deutſchland iſt es heimiſch geworden, ſeitdem wir eine Kolonialpolitik treiben; ganz von ſelbſt wurde erkannt, daß Kolonialpolitik Weltpolitik vorausſetzt. Es läßt ſich aber nicht leugnen, daß ein großer Teil des deutſchen Volkes in den letzten drei Jahrzehnten mit der Kolonialpolitik auch die Weltpolitik ablehnte und darunter ein großes Luftſchloß verſtand, das ihm von einer Anzahl unklarer Schwärmer für übertriebene nationale Ideale vorgeſpiegelt werde.

Nun hätte der Krieg dieſen Kreiſen wohl für die Notwendig⸗ keit einer Kolonialpolitik, alſo auch Weltpolitik ein größeres Ver⸗ ſtändnis bringen ſollen, da wir täglich am eigenen Leibe erfahren, welche einſchneidenden Schäden und Entbehrungen uns die Abſperrung von den Rohſtoffen auferlegt, die nicht in den Gebieten des Vier⸗ bundes erzeugt werden können. Dennoch hält auch jetzt noch ein Teil unſeres Volkes daran feſt, die Aufgabe der deutſchen Politik in der Betätigung innerhalb Europas zu ſehen. Die Schuld an dieſer Rückſtändigkeit liegt an der ungenügenden politiſchen, geographiſchen und hiſtoriſchen Schulung unſeres Volkes. In den Schulen werden die Schüler z. B. über die für Deutſchland gewiß große Bedeutung des Siebenjährigen Krieges ausführlich unterrichtet, aber von ſeiner Wichtigkeit für die Weltpolitik und der Tatſache, daß während des⸗ ſelben der Grund für das überwiegen der engliſchen Seemacht über alle übrigen gelegt wurde, erfahren ſie meiſt nichts. In der Preſſe iſt heute faſt nur von Belgien, Nordfrankreich(beſſer wohl Oſtfrank⸗ reich), von Polen, Kurland und den Balkanſtaaten die Rede, außer⸗ dem aber beſonders von inneren Fragen, wie Wahlrecht, Verfaſſungs⸗ reform, Parlamentariſierung, aber ſo gut wie nie von der ungeheuren Bedeutung des Verluſtes unſerer Kolonien, von der Gefahr der Monopoliſierung des Indiſchen Ozeans durch England, von der Zu⸗ kunftswichtigkeit des Großen Ozeans für uns. Auch unſere amtlichen Stellen, welchem Regierungszweige ſie auch angehören mögen, laſſen

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